Wohnhaus

Hacketäuerstraße 66 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6380
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hacketäuerstraße 66, 51063 Köln
Baujahr1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.01.1992
Stadtteil Mülheim

1897 erbaut; 3 Achsen, 4 Geschosse, Giebelgeschoß, Stuckfassade mit Stilanklängen an die Renaissance und den Barock, risalitartige Wandvorlage auf der rechten Achse. Ältere 2flügelige Sprossenfenster, ältere Haustür mit Oberlicht. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Fliesenfußboden und Deckenstuck, hölzerne Treppenanlage, Antrittspfosten, gedrechseltes Geländer (Stäbe teilweise fehlend), vereinzelt Wohnungseingangs- bzw. Zimmertüren. Rückseite: seitlicher 4geschossiger Anbau, Backsteinfassaden, Blendfenster, teils ältere 2flügelige Sprossenfenster, teils neue veränderte Fenster.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bemühte sich die Stadt Mülheim um eine Garnison, um damit sowohl das gesellschaftliche Ansehen der Stadt zu erweitern als auch wirtschaftliche Vorteile zu erwirken. Im Norden der Stadt wurde ein großes Grundstück für den Bau einer Kaserne zur Verfügung gestellt. Die Hacketäuerstraße, ehemals Kasernenstraße, bildete die östliche Begrenzung der Kaserne, welche jedoch städtebaulich ein Fremdkörper blieb und die Ausdehnung des nördlichen Stadtgebietes behinderte. Die Straße wird heute nach den "Hacketäuern", dem bekannten Infantrieregiment von Sparr Nr. 16 (2. Westfälisches) benannt, welches bereits 1813 aus ostpreußischen Reservebataillonen bei der Erhebung Preußens gegen die französische Fremdherrschaft entstanden war und 1897 in der Mülheimer Kaserne Quartier bezogen hatte. Die Hacketäuerstraße gehört zu dem Viertel an der Schützenhof-, Berliner- und Von-Sparr-Straße, dessen historischer Bautenbestand fast vollständig erhalten blieb und als ein umfangreiches Ensemble schmuckreicher viergeschossiger Mietstockwerkhäuser aus der Zeit um die Jahrhundertwende einen hohen Denkmalwert besitzt. Das Haus Nr. 66 ist integraler Bestandteil dieser durch Fassaden im Stil des Historismus und des Jugendstils geprägten Straße und belegt mit seiner hohen Geschoßzahl und dem hohen rückwärtigen Anbau den gesteigerten Bedarf an Mietwohnungen der damals wirtschaftlich aufstrebenden Stadt Mülheim. Ähnlich den Häusern Nr. 88-94 am nördlichen Ende der Straße ist es im Stil der Renaissance gestaltet, doch sind seine Schmuckformen teilweise auch dem Barock und Rokoko entlehnt, so daß der Dekor vergleichsweise vielgestaltiger ausfällt. Dazu tragen auch die risalitartig vortretende, südliche Achse und der Ziergiebel am Mansarddach bei. Die Kombination dieser beiden Architekturstile an einer Fassade ist innerhalb dieses Straßenzuges einzigartig und macht das Haus Nr. 66 zu einem auch bauhistorisch unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0