Wohn- u. Geschäftshaus

Hacketäuerstraße 64 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6415
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Hacketäuerstraße 64, 51063 Köln
Baujahr1899
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.03.1992
Stadtteil Mülheim

1899 erbaut, 4 Geschosse, 3 Achsen, Stuckfassade mit Stilanklängen an die Gotik.EG sowie Türen und Fenster verändert. Im Innern original erhalten: im Flur schwarz gerahmter Terrazzoboden, hölzerne Treppenanlage mit gedrechseltem Geländer und Zwischenpodesten auf den Etagen, einige Zimmer- und Wohnungseingangstüren mit Laibungen, im EG Hohlkehlendecke mit zentralem Stuckornament. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher 4geschossiger Anbau, Fenster und Hoftür verändert. Nicht zum Denkmal gehört: 1geschossiges Gebäude am Anbau.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts bemühte sich die Stadt Mülheim um eine Garnison, um damit sowohl das gesellschaftliche Ansehen der Stadt zu erweitern als auch wirtschaftliche Vorteile zu erwirken. Im Norden der Stadt wurde ein großes Grundstück für den Bau einer Kaserne zur Verfügung gestellt. Die Hacketäuerstraße, ehemals Kasernenstraße, bildete die östliche Begrenzung der Kaserne, welche jedoch städtebaulich ein Fremdkörper blieb und die Ausdehnung des nördlichen Stadtgebietes behinderte. Die Straße wird heute nach den "Hacketäuern", dem bekannten Infantrieregiment von Sparr Nr. 16 (2. Westfälisches) benannt, welches bereits 1813 aus ostpreußischen Reservebataillonen bei der Erhebung Preußens gegen die französische Fremdherrschaft entstanden war und 1897 in der Mülheimer Kaserne Quartier bezogen hatte. Die Hacketäuerstraße gehört zu dem Viertel an der Schützenhof-, Berliner- und Von-Sparr-Straße, dessen historischer Bautenbestand fast vollständig erhalten blieb und als ein umfangreiches Ensemble schmuckreicher viergeschossiger Mietstockwerkhäuser aus der Zeit um die Jahrhundertwende einen hohen Denkmalwert besitzt. Das Haus Nr. 64 ist integraler Bestandteil dieser durch Fassaden im Stil des Historismus und des Jugendstils geprägten Straße. In dem vorwiegend von Arbeitern bewohnten Haus befand sich ein Zweiggeschäft der Bäckerei Jakob Paffrath mit angeschlossener Backstube im rückwärtigen Seitenhaus. Von besonderer Bedeutung ist es als eines der ältesten Gebäude dieser seit 1896 bebauten Straße. Baukünstlerisch dokumentiert es die zunächst noch recht schlichte Fassadengestaltung, die sich bei den späteren Jugendstilbauten ausgefallener und variationsreicher präsentiert. In der Hacketäuerstraße ist es das einzige in gotischen Formen gestaltete Gebäude, welches ein charakteristisches Beispiel der Haupt- und Spätform des Kölner Dreifensterhauses darstellt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0