Wohnhaus

Brabanter Straße 47 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6129
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Brabanter Straße 47, 50674 Köln
Baujahr1897
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.07.1991
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut 1897, 5 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben, 2geschossiger Erker mit aufgesetztem Balkon (orig. schmiedeeisernes Brüstungsgitter) in der Mittelachse, Tordurchfahrt; Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Gotik (EG und 1. OG mit Fugenschnitt), Skulptur über den Rundbogenfenstern in der Mittelachse des 4. OGs, Maueranker; Haustür sowie schmiedeeisernes Tor zur Durchfahrt weitgehend original, Fenster verändert. Rückseite und kurzer seitlicher Anbau weitgehend backsteinsichtig, Fenster weitgehend verändert, Tür verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül farbiger Fliesenboden, farbige Fliesen bis zur halben Wandhöhe (den Stützbogen einbeziehend), Reste von Deckenstuck, Reste von Stuck am Stützbogen; im Flur farbiger Fliesenboden, Marmorboden (vor der Wohnungseingangstür im 1. OG), Marmortreppe mit teilweise schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf (ins 1. OG), Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten (ab 1. OG), weitgehend Wohnungseingangstüren (mit Oberlichten), Reste von Wandstuck im EG.

Nicht Bestandteil des Denkmals ist das 1geschossige, flachgedeckte Gebäude im Hinterhof, das dahinterliegende Werkstattgebäude (Metall- und Glaskonstruktion), das z. T. zum benachbarten Grundstück gehört sowie der neuere Einfriedungszaun aus Holz.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich halbkreisförmig, mit der Ringstraße als Kernstück, um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringe zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. An der Brabanter Straße, vor der Stadterweiterung südlicher, zum Ehrentor führender Teil der Venloer Straße, begann die reguläre Neustadtbebauung bereits im Januar 1882 und war zur Erbauungszeit des o. g. Gebäudes zwischen Friesenplatz und Maastrichter Straße bereits stark fortgeschritten. Das Haus Nr. 47 ist eines der wenigen Gebäude, die sich in diesem Abschnitt der Brabanter Straße aus der frühen Bebauungsphase erhalten haben.

Seine abwechslungsreich gegliederte Fassade, die die beiden etwas niedrigeren untersten Geschosse durch gestalterische Elemente, etwa den Fugenschnitt, zusammenfaßt, hebt sich ansonsten durch eine starke Mittelbetonung durch den Erker und die zentral in Höhe des Traufgesimses angebrachte Skulptur hervor. Das o. g. Objekt, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung bewahrt, veranschaulicht noch heute das historische Erscheinungsbild dieses Straßenzugs und wird somit, auch im Bezug hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0