Wohn- u. Geschäftshaus

Brabanter Straße 53 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7152
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Brabanter Straße 53, 50674 Köln
Baujahr1906 bis 1908
Eigentumkirchliches Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1994
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut: 1906 - 1908; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, 2. Achse von rechts durch Erker mit Balkon auf rechteckigem Grundriß und Hauseingang besonders betont, rechte Achse mit Durchfahrt und leicht vorkragendem Erkerfenster im 1. OG., licke Achse mit Loggien (originale schmiedeeiserne Brüstungen) im 2. und 3. OG.; Erdgeschoß verändert (Natursteinverkleidung); Fenster und Haustür erneuert. Rückseite backsteinsichtig mit die Geschosse unterteilenden, originalen Fliesenfriesen, Loggien mit originalen, schmiedeeisernen Brüstungen im 1. - 3. OG., Fenster bis auf die WC-Fenster erneuert. Zum Denkmal gehört ein Teil der originalen Backsteinmauer mit Flieseneinlagen (überstrichen) im Norden des Grundstücks, an die Durchfahrt anschließend. Nicht zum Denkmal gehört der eingeschossige, flachgedeckte Hinterhaus - Anbau und die Garagen im Südwesten des Grundstücks, sowie die übrigen Einfriedungen. Im Inneren original: Eingangsbereich (rechts Wandnischen) annähernd ganzwandig verfliest (auffallende Dekorvielfalt), aufwendiger Dekkenstuck, Marmor-Treppenstufen, zum Dachgeschoß mit Terrazzo-Belag, schmiedeisernes Treppengeländer mit Holzhandlauf und schmiedeeisernem Antrittspfosten, Treppenuntersichten stukkiert, im Treppenhaus (zum Dachgeschoß) zwei Konsolen, Wohnungsabschlußtüren im 1. und 2. OG. überwiegend original in den Wohnungen der 1. und 2. Etage repräsentativer Deckenstuck, teilweise or. Zimmertüren in den Wohnungen.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendeste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die teilweise schon erschlossene Brabanter Straße im sogenannten Belgischen Viertel, einer um die Jahrhundertwende bevorzugten Wohngegend zwischen der Venloer Straße im Norden und der Aachener Straße im Süden, bebaut. Auch die Brabanter Str. 53 hatte einen bis 1904 nachgewiesenen zweigeschossigen Vorgängerbau. Das ursprünglich als Wohn- und Geschäftshaus genutzte Objekt Brabanter Str. 53 (Die Art und Weise der Fliesenausstattung des Eingangsbereichs und das originale Mauerfragment mit Flieseneinlagen im Hof lassen darauf schließen, daß in dem Objekt ein Fliesen-Musterlager untergebracht war.) gehört innerhalb des verschiedene Baualter aufweisenden Straßenzuges zu einem Restbestand von Gebäuden dieser Bebauungsphase, die den Zweiten Weltkrieg verhältnismäßig unbeschadet überdauert haben. Seine baukünstlerische Gestaltung kennzeichnet eine asymmetrische Fassadendisposition und eine Vielzahl von Elementen, die die Fassade plastisch beleben (Loggien, Balkon, Erker, Erkerfenster). Dem äußeren repräsentativen Charakter entspricht die größtenteils erhaltene innere Ausstattung. So dokumentiert das o. g. Objekt in seiner Gesamtheit, trotz der nachkriegszeitlichen Veränderungen des Erd- und Dachgeschosses, das Erscheinungsbild der Stübbenschen Stadterweiterung und ist unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0