Wohn- u. Geschäftshaus

Aachener Straße 30 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6145
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Aachener Straße 30, 50674 Köln
Baujahrum 1885
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.08.1991
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1885; 4 Geschosse, 3 Achsen, flache Wandvorlage (1.-3. OG) sowie Balkon auf rechteckigem Grundriß (2. OG) in der Mittelachse, Balkon auf gerundetem Grundriß mit weitgehend orig. schmiedeeisernem Brüstungsgitter in der linken Achse des 1. OGs, Stuck- und Backsteinfassade im Stil der Neurenaissance, EG verändert, Fenster und Balkontüren weitgehend original, Laden- und Haustür verändert. Rückseite weitgehend backsteinsichtig, seitlicher Anbau weitgehend verputzt, Fenster weitgehend in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erneuert, Türen teilweise original, Zugang zum Keller teilweise verändert. Im Innern original erhalten: im Flur Reste von Bodenfliesen, weitgehend ältere Wandfliesen (EG), Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, einige Wohnungseingangstüren, teilweise Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe; im Ladenlokal weitgehend Boden- und Wandfliesen (Wandfliesen mit farbigen Jugendstilornamenten), Holzschiebetür mit Laibung; in den Wohnungen weitgehend Zimmertüren mit Laibungen, teilweise Holzfußleisten; im Treppenhaus des seitlichen Anbaus Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten. Nicht Bestandteil des Denkmals ist der rückwärtige an den seitlichen Anbau anschließende 1geschossige Anbau mit Flachdach.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und ab 1885 bebaut. Das Haus Nr. 30, das zu den frühen Zeugnissen der Erstbebauung gehört, ist integraler Bestandteil der in diesem Abschnitt der Aachener Straße - zwischen Brabanter- und Brüsseler Straße - weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Dabei hebt es sich durch seine außerordentlich reich gestaltete Stuck- und Backsteinfassade, die Stilelemente der Renaissance aufgreift, besonders hervor. Stärker akzentuiert ist hierbei vor allem die Mittelachse mit der zum Teil von Halbsäulen begrenzten Wandvorlage, dem Balkon und der hier reicher gegliederten Traufzone. Lediglich der in der linken Achse des 1. Obergeschosses befindliche Balkon mit dem schmiedeeisernem Brüstungsgitter unterbricht die ansonsten axialsymmetrische Ausrichtung der Fassade. Das o. g. Gebäude, in dessen Erdgeschoß sich fast vollständig ein originales Ladenlokal erhalten hat, wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das noch heute das historische Erscheinungsbild der Aachener Straße anschaulich macht und wesentlich zum Verständnis der gründerzeitlichen Architektur beiträgt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0