Wohn- u. Geschäftshaus
Aachener Straße 38 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6223 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Aachener Straße 38, 50674 Köln |
| Baujahr | 1885 bis 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1885-90, 4 Geschosse, 3 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Stil der Renaissance, EG teilweise verändert, Fenster weitgehend original, Eingangsbereich mit der Stufe, dem oben angebrachten schmiedeeisernen Gitter und darüberliegenden Oberlicht, den Vitrinen sowie mit der zurückliegenden Eingangstür weitgehend original. Rückseite und seitlicher Anbau backsteinsichtig, Fenster teilweise original, Türen original. Im Innern original erhalten: im Vestibül Natursteintreppe mit einem Messinghandlauf, Holzvertäfelung der Wand zur halben Höhe (durchgehend bis in den rückwärtigen Flurbereich des EGs), Reste von Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen; im Flur schwarzweißer Natursteinfliesenboden im EG, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, weitgehend Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, ein Waschbecken (eingefaßt in Fliesen), einige Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen Reste von Deckenstuck, einige Zimmertüren. Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige kleine Garten mit der teilweise originalen Einfriedungsmauer.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und ab 1885 bebaut. Das Haus Nr. 38 ist integraler Bestandteil der in diesem Abschnitt der Aachener Straße weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Gleichzeitig bildet es mit seinen etwa zeitgleich entstandenen, fassadenähnlichen Nachbarhäusern (Nr. 30-36) ein Ensemble. Wie diese variiert es das für Köln typische Dreifen- sterhaus und weist bei der Fassadengestaltung eine besondere Betonung des 1. Obergeschosses auf. Diese Akzentuierung, u. a. durch Fensterverdachung mit Dreiecks- und Segmentgiebel, läßt erkennbar werden, daß sich hier einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen befand. Das o. g. Gebäude, das die Maßstäblichkeit sowie das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Aachener Straße bewahrt, wird somit, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0