Wohnhaus

Aachener Straße 36 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6363
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Aachener Straße 36, 50674 Köln
Baujahrum 1885 bis 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.01.1992
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1885-90, 3 Geschosse, Attikageschoß, ausgebautes Dachgeschoß mit 2 orig. Gauben, 3 Achsen, fassadenhohe flache Wandvorlage in der Mittelachse, Stuckfassade vorwiegend in Anklängen an die Renaissance, Fenster weitgehend verändert (Kellerfenster mit orig. schmiedeeisernem Gitter), Eingangssituation mit später eingesetzter historischer Holztür teilweise verändert. Rückseite und kürzerer seitlicher Anbau weitgehend backsteinsichtig, Rückfront des seitlichen Anbaus und des Vorderhauses teilweise verändert (u. a. neuerer Anbau aus Holz und Glas), Fenster teilweise original, ehemalige Verandatür mit seitlich anschließender Holzvertäfelung weitgehend original, sonst Tür verändert, im Erdgeschoßbereich der ehemaligen Veranda weitgehend orig. farbiger Fliesenboden erhalten, kleine Treppe in den Garten mit orig. schmiedeeisernem Geländer und Antrittspfosten. Im Innern original erhalten: im Vestibül Bodenbelag mit schwarzen und weißen Marmorplatten, Marmortreppe, Holzfußleisten, reich gegliederte Kassettendecke aus Stuck mit Malereien; im Flur Bodenbelag mit schwarzen und weißen Marmorplatten (EG), Holzfußleisten, Holzzwischentür (vor dem rückwärtigen Ausgang), Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, teilweise Wohnungseingangstüren, einige Türen, einige Eckschränke (Holz), teilweise Deckenstuck; in den Wohnungen weitgehend Deckenstuck, einige Zimmertüren.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Aachener Straße, vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Westen, wurde als lindenbestandene Alleestraße angelegt und ab 1885 bebaut. Das Haus Nr. 36, das zu den frühen Zeugnissen der Erstbebauung gehört, ist integraler Bestandteil der in diesem Abschnitt der Aachener Straße - zwischen Brabanter- und Brüsseler Straße - weitgehend geschlossen erhaltenen Häuserzeile. Dabei hebt es sich durch seine aufwendig gestaltete Stuckfassade, die vorwiegend Stilelemente der Renaissance aufgreift, besonders hervor. Das Erdgeschoß wird hierbei durch die Quaderung zum Sockelgeschoß über dem sich dann gleichsam das durch die Fensterverdachungen stärker akzentuierte Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen, erhebt. Nach oben hin verfeinert sich die Geschoßgliederung weiter, wobei das Attikageschoß den Abschluß bildet. Das o. g. Gebäude, das das für Köln typische Dreifensterhaus variiert, ist somit auch als bedeutendes Dokument der Architektur der Gründerzeit unbedingt erhaltenswert. Es bewahrt die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung und veranschaulicht noch heute das gutbürgerliche Erscheinungsbild an der Aachener Straße gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0