Wohn- u. Geschäftshaus

Sudermanplatz 4 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6168
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Sudermanplatz 4, 50670 Köln
Baujahr1902
Architekt / PlanungW. Krakau
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 22.08.1991
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut 1902 (inschr. dat.) von W. Krakau, 4 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 5 neuen Gauben, Tordurchfahrt (teilweise verändert), flache Wandvorlage in der linken Achse (ab dem 1. OG), Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Stil der Neugotik, Fenster, Haustür und Tor zur Durchfahrt verändert. Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend verputzt, Fenster und Tür weitgehend verändert, Treppe zum Keller mit orig. schmiedeeisernem Geländer. Im Innern original erhalten: im Vestibül Stuckprofilleiste im Sockelbereich; im Flur teilweise Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen, Terrazzotreppe weitgehend mit schmiedeeisernem Geländer, eine Tür (EG). Bestandteil des Denkmals ist auch das 3geschossige Hinterhaus auf winkelförmigem Grundriß, Dachzone nach Kriegszerstörung verändert, Balkone (teilweise mit orig. schmiedeeisernem Gitter), Fassaden verputzt, Fenster weitgehend original, Tür verändert. Hier im Innern teilweise Terrazzoboden und Terrazzotreppe erhalten. Nicht Bestandteil des Denkmals sind die neuere Treppe und die neuere Überdachung im rückwärtigen Eingangsbereich des Vorderhauses sowie der 1geschossige Anbau mit Flachdach im rückwärtigen Teil des Hinterhauses.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand zwischen Neusser- und Krefelder Straße das sogenannte "Dreikönigsviertel", ein Arbeiterviertel mit Häusern von meist schlichterer Fassadengestaltung. Der Sudermanplatz wurde zur Durchgrünung der Neustadt als mit Bäumen gesäumter Platz angelegt. Seine Bebauung erfolgte um 1900-02. Das Haus Nr. 4 wurde 1902 vom Bauunternehmer Wilhelm Krakau errichtet. Es ist integraler Bestandteil eines hier mit dem Haus Nr. 1 gebildeten Ensembles. Beide Gebäude sind die letzten Zeugnisse der Erstbebauung am Sudermanplatz. Das verhältnismäßig breit gelagerte o. g. Gebäude hebt sich durch seine abwechslungsreich gegliederte Fassade im Stil der Neugotik besonders hervor. Dabei ist die linke Achse mit der Tordurchfahrt durch die Wandvorlage und die aufwendigere Gestaltung der Stuckgliederungen, die hier Wappen enthalten, stärker akzentuiert worden. Das o. g. Objekt, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung bewahrt, veranschaulicht als eines der letzten das ursprüngliche Erscheinungsbild am Sudermanplatz und wird somit, auch in Bezug hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0