Wohnhaus

Schillingstraße 4 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7160
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Schillingstraße 4, 50670 Köln
Baujahrum 1908
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1994
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut: um 1908; 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Mittelachse durch Erker auf rechteckigem Grundriß besonders betont, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Klassizismus; Fenster mit profilierten Rahmungen, Schlußsteinen (im Erd.- und 3. OG.) und horizontalen Verdachungen (im 1. u. 2. OG.) erneuert, Haustür original, Oberlicht erneuert. Rückseite backsteinsichtig, Fenster erneuert. Im Innern original: Im Eingangsbereich: Wandfliesen (Sockelzone) Wand- und Deckenstuck, Terrazzotreppe, hölzernes Treppengeländer mit Holzhandlauf und Antrittspfosten.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Schillingstraße angelegt, die vor der Stübbenschen Neukonzeption Teil des alten Bischofweges war. Das o. g. Objekt befindet sich im westlichen Abschnitt der Schillingstraße, der zu dem sogenannten Dreikönigenviertel gehört. Dieses um die Jahrhundertwende überwiegend von Arbeitern bewohnte Quartier östlich des Güterbahnhofs zeichnet sich durch eine verhältnismäßig schlichte Bebauung aus. Dementsprechend fügt sich auch das o. g. Wohnhaus in die Schillingstraße ein: die mit neoklassizistischen Dekorelementen sparsam ausgestattete Fassade ist klar und ausgewogen gegliedert: der Mittelerker betont die Vertikale, die weitgehend durchlaufenden Sohlbankgesimse aller Geschosse, sowie der Sockel und das mehrfach profilierte Kranzgesims akzentuieren die Horizontale. Vom Sudermannplatz kommend bildet das o. g. Objekt auf der rechten Straßenseite den Auftakt der Gründerzeitbebauung. Das Mietstockwohnhaus dokumentiert u. a. mit seiner Bauhöhe und Bebauungsweise (Hinterhaus und kleiner von einer Mauer eingefriedeter Hof) das ursprüngliche Erscheinungsbild. Es ist daher von städtebaulicher und architekturgeschichtlicher Bedeutung innerhalb des Kölner Ensembles Neustadt/Nord und unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0