Wohn- u. Geschäftshaus
Sedanstraße 2 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6208 |
|---|---|
| Typ | Kleindenkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Sedanstraße 2, 50668 Köln |
| Baujahr | 1899 |
| Architekt / Planung | Schreiber, van den Arend |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.09.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1899 (inschr. dat.), Architekten Schreiber und van den Arend; Teil der ehemaligen Weinhandlung O. Engels (ursprünglich gehörte hierzu noch eine auf dem heutigen Grundstück Riehler Str. 10 gelegene Villa); 2geschossiges Gebäude mit ausgebautem Dachgeschoß (orig. Gauben) und schiefergedeckten Satteldächern auf winkelförmigem Grundriß; zur Sedanstraße Mittelrisalit mit Quergiebel; Rückfront mit neuerer Überdachung (Fachwerkkonstruktion) der ehemaligen Freitreppe sowie mit hieran anschließendem kurzem Anbau mit torbogenartiger Öffnung (Aufzug); Backsteinfassaden mit Werksteingliederungen und -reliefs vorwiegend in Anklängen an die flämische Renaissance, Fassade im Bereich der rechten Achse (zur Sedanstraße) und der heutigen Tordurchfahrt verändert (ursprünglich u. a. im EG mit torbogenartigen Öffnungen), Fenster weitgehend original (zum Teil im EG mit orig. Fenstergittern), Haustür original, sonst Türen (bzw. Tore) verändert. Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich Natursteintreppe (ehemalige Freitreppe), Zwischentür; im Flur Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer, einige Türen mit Laibungen, Gewände einer spitzbogenförmigen Maueröffnung (Werkstein) mit bildhauerischem Schmuck. Bestandteil des Denkmals sind auch der Vorgarten mit der weitgehend originalen Einfriedung (niedrige Backstein- und Werksteinmauer mit Resten des schmiedeeisernen Gitters), die teilweise originale Eisenkonstruktion des Flaschenzuges (in der torbogenartigen Öffnung des kurzen Anbaus) und das an der Fassade des rückwärtig gelegenen Gebäudes (ehemaliger Pferdestall) angebrachte Standbild eines Ritters (Werkstein) mit den hier erhaltenen Resten der orig. Backstein- und Werksteinfassade. Nicht Bestandteil des Denkmals ist das übrige Gebäude des ehemaligen Stalls (mit der angrenzenden Wagenremise) auf winkelförmigem Grundriß (nach Kriegszerstörungen stark verändert wiederaufgebaut) mit den rechts und links anschließenden 1geschossigen Anbauten (Garage und Verkaufsraum).
Bestandteil des Denkmals ist auch der unter der gesamten Grundstücksfläche Sedanstr. 2 und Riehler Str. 10 liegende Keller der ehemaligen Weinhandlung O. Engels: Umlaufende, die gesamten Kellerräume begrenzende äußere Umfassungsmauer aus Backstein und Basalt in regelmäßig wechselnden Lagen; entlang der Sedanstraße, der Riehler Straße sowie der Grundstücksgrenze zur Riehler Str. 8 unter dem Vorgarten bzw. unter den Freiflächen vor den Gebäuden längs verlaufende Kellerräume mit Tonnengewölben; unter der Hoffläche und den Gebäuden im rückwärtigen Bereich der Sedanstr. 2 vier in Nord-Süd-Richtung parallel verlaufende Kellerräume mit Tonnengewölben, untereinander verbunden durch Rundbogenöffnungen auf quadratischen Pfeilern unter Ausbildung von Stichkappen, tonnengewölbte Kellerräume entsprechend der Grundrißgestaltung des ehemaligen Villengebäudes, im zentralen Raum Wölbung über mittlerem runden Stützpfeiler, (spätere Wandfliesen der Flaschenwaschanlage); unter der Treppenanlage auf der Rückseite des Gebäudes Sedanstr. 2 breite Steintreppe zwischen Erdgeschoß und Tiefkeller, dort doppelflügeliges Holztor; unter den straßenseitigen Gebäudeteilen von Sedanstr. 2 zweigeschossig angelegte Kellerräume mit preußischen Kappengewölben, gemauerte Regale zur Flaschenlagerung; Pumpe zur Trockenhaltung des Kellers im Gewölberaum an der Grundstücksgrenze zur Sedanstraße.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand in der nördlichen Neustadt zwischen Riehler Straße und dem Konrad-Adenauer-Ufer (ehemals Kaiser Friedrich Ufer) ein Villenviertel, dessen Grundstücke lange Zeit unbebaut blieben und das zum Teil erst in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts in der vorgeschriebenen Weise bebaut wurde. Die Sedanstraße, vor der Stadterweiterung Teil des Glacisweges, wurde bereits um 1900 bebaut. Das Haus Nr. 2 gehört hier zu den wenigen noch erhaltenen Zeugnissen der Erstbebauung. Es wurde 1899 nach Plänen der Architekten Schreiber und van den Arend als Teil der Weinhandlung O. Engels errichtet. Zu der Baugruppe, von der auch noch Teile des Pferdestalls und der Wagenremise erhalten sind, gehörte ursprünglich auch noch eine sich über das heutige Nachbargrundstück (Riehler Str. 10) erstreckende Villa mit parkartiger Gartenanlage, die leider kriegszerstört ist. Im o. g. Objekt befanden sich Gewerberäume wie Pack- und Flaschenspülräume und die Küferwerkstatt. Noch heute zeugt die weitgehend erhaltene Eisenkonstruktion des Aufzuges an der Rückseite des Gebäudes von seiner ursprünglichen Funktion. Die Architektur des o. g. Objektes orientiert sich ganz an der ehemals dazugehörigen Villa. Wenn auch weniger aufwendig gestaltet als diese, verfügt es aber ebenfalls über Backsteinfassaden mit Werksteingliederungen und -reliefs in Anklängen an die flämische Renaissance. Straßenseitig setzt der Mittelrisalit mit Quergiebel einen markanten Akzent und verleiht dem Gebäude einen repräsentativen Charakter. Das o. g. Objekt, das das historische Erscheinungsbild an der Sedanstraße veranschaulicht, wird somit, auch als integraler Bestandteil eines mit seinem zeitgleich entstandenen Nachbargebäude Nr. 4 gebildeten Ensembles, zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0