Wohnhaus
Riehler Straße 10 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6214 |
|---|---|
| Typ | Kleindenkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Riehler Straße 10, 50668 Köln |
| Baujahr | 1956 bis 1957 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1956/57, Architekt Kurt Eglinski, Eckhaus zur Sedanstraße; 4geschossiges Gebäude mit Souterrain, zurückgesetztem Dachgeschoß, umlaufender Dachterrasse (orig. Brüstungsgitter) und leicht vorkragendem Flachdach auf verwinkeltem Grundriß, an der Sedanstraße 3geschossiger Anbau mit Tordurchfahrt und schiefergedecktem Satteldach mit Gaube (Anschluß an das Nachbarhaus Sedanstr. 2); Balkone (orig. Brüstungsgitter), zur Riehler Straße vor den stufenartig angeordneten Vorsprüngen auf gekurvtem, sonst auf längsrechtekkigem Grundriß (Seitenfassade und Rückfront), Loggien (Straßenfront des Anbaus), Veranda (Rückfront), Putzfassaden; Fenster, Balkon-, Keller- und Eingangstüren sowie Ga
ragentore weitgehend original. Im Innern original erhalten: im Entrée Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit Mipolamhandlauf; im Treppenhaus Terrazzoboden, geschwungene Stahlbetontreppe mit Terrazzobelag, Metallgeländer und Mipolamhandlauf, Oberlichtverglasung mit Glasbausteinen. Bestandteil des Denkmals ist auch die weitgehend erhaltene Bruchsteinpflasterung vor dem Gebäude an der Riehler Straße sowie das rechts anschließende schmiedeeiserne Tor mit der weiteren rückwärtig verlaufenden orig. Einfriedung des gründerzeitlichen Vorgängerbaus (auf niedriger Mauer angebrachter schmiedeeiserner Zaun). Nicht Bestandteil des Denkmals ist das rückwärtig gelegene 1geschossige Gebäude mit Flachdach (Garage).
Bestandteil des Denkmals ist auch der unter der gesamten Grundstücksfläche Sedanstr. 2 und Riehler Str. 10 liegende Keller der ehemaligen Weinhandlung O. Engels: Umlaufende, die gesamten Kellerräume begrenzende äußere Umfassungsmauer aus Backstein und Basalt in regelmäßig wechselnden Lagen; entlang der Sedanstraße, der Riehler Straße sowie der Grundstückgrenze zur Riehler Str. 8 unter dem Vorgarten bzw. unter den Freiflächen vor den Gebäuden längs verlaufende Kellerräume mit Tonnengewölben; unter der Hoffläche und den Gebäuden im rückwärtigen Bereich der Sedanstr. 2 vier in NordSüd-Richtung parallel verlaufende Kellerräume mit Tonnengewölben, untereinander verbunden durch Rundbogenöffnungen auf quadratischen Pfeilern unter Ausbildung von Stichkappen, gemauerte Bänke als seitliche Lagerflächen; unter dem Gebäude Riehler Str. 10 tonnengewölbte Kellerräume entsprechend der Grundrißgestaltung des ehemaligen Villengebäude, im zentralen Raum Wölbung über mittlerem runden Stützpfeiler, (spätere Wandfliesen der Flaschenwaschanlage); unter der Treppenanlage auf der Rückseite des Gebäudes Sedanstr. 2 breite Steintreppe zwischen Erdgeschoß und Tiefkeller, dort doppelflügeliges Holztor; unter den straßenseitigen Gebäudeteilen von Sedanstr. 2 zweigeschossig angelegte Kellerräume mit preußischen Kappengewölben, gemauerte Regale zur Flaschenlagerung; Pumpe zur Trockenhaltung des Kellers im Gewölberaum an der Grundstücksgrenze zur Sedanstraße.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet. Das o. g. Objekt wurde 1956/57 nach Plänen des Architekten Kurt Eglinski als Wiederaufbau teilweise auf dem alten Mauerwerk des kriegszerstörten Vorgängerbaus, der zur Weinhandlung O.Engels gehörenden Villa, errichtet. Vom ursprünglichen Gebäudekomplex dieser 1899 von Schreiber und van den Arend erbauten Weinhandlung ist noch der Teil an der Sedanstraße (Nr. 2) erhalten, an den sich das o. g. Gebäude hier durch eine niedrigere Geschossigkeit und ein Satteldach anpaßt. Ansonsten aber zeichnet sich der die Ecke Riehler Straße/Sedanstraße dominierende Baukörper durch seine bewußt moderne Gestaltung aus. Einen besonders markanten Akzent setzen dabei die an der Riehler Straße stufenartig angeordneten Vorsprünge auf winkelförmigem Grundriß mit den vorgehängten und im Kontrast geschwungenen Balkonen. Dies ergibt nicht nur eine dynamische Staffelung der Flächen, sondern ermöglicht in technischer Hinsicht auch eine optimale Belichtung der Räume sowie eine Abschirmung der einzelnen Balkone untereinander. Das o. g. Gebäude, das als Appartementhaus dem damals steigenden Bedürfnis nach Wohnraum für Einzelpersonen Rechnung trägt, ist als besonders qualitätvolles Beispiel der Nachkriegsarchitektur unbedingt erhaltenswert. Noch heute prägt es maßgeblich die Ecksituation Riehler Straße/Sedanstraßestraße, wobei der Lage an der Riehler Straße als Hauptausfallstraße zur Mülheimer Brücke besondere Bedeutung zukommt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0