Wohnhaus
Sedanstraße 4 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4349 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Sedanstraße 4, 50668 Köln |
| Baujahr | um 1899 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 23.11.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Die um 1899 erbaute Halbvilla ist noch heute ein relativ vollständig erhaltenes Beispiel oder Relikt des gründerzeitlichen Baustils, dessen überzeitliche Eleganz und kulturelle Internationalität an der qualitätvollen Weltläufigkeit des leider unbekannten Architekten zeugen. Die eher schlichte zweigeschossige Werksteinfassade verwendet Stilelemente der französischen Renaissance, weiß aber im rechts vorspringenden großzügigen Erker bürgerlichen Stolz in ausgewogener Ornamentik und steilem Ziergiebel über einer Loggia im Dachgeschoß auszudrücken. Die Fenster wurden erneuert, der Vorgartenzaun blieb allerdings größtenteils erhalten.
Die Haustüre im seitlichen Eingang ist neu, das Souterrain besteht aus Tuffstein, ein kleiner Vorgarten ist vorhanden.
Im Innern findet sich noch heute die ganze Pracht des Finde-siécle, das weite Treppenhaus gliedern gelbe Marmorsäulen mit Kompositkapitellen und Rundbögen und gleichartige Pfeilervorlagen, die Terrazzotreppe besitzt ein aufwendiges schmiedeeisernes Geländer. Elegant dekorierte Stuckdecken überwölben die Treppengalerien.
In den unteren Räumen haben sich einige originale Ausbauelemente wie Kamine, Türen sowie Stuckdecken erhalten.
Das Haus Sedanstr. 4 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer und Wallanlagen errichtet wurde.
Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich im Wohnwert und städtebaulichen Standard stark differenziert und wird durch die sogenannten "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirche, Opernhaus und Plätze unterstrichen, auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der preußischen Besetzung erfolgte.
Die Sedanstraße ist eine ursprünglich für anspruchsvolle Villen der Gründerzeit angelegte Wohnstraße, die heute stark von Bürobauten durchsetzt ist.
Städtebaulich zählt die Villa mit dem aus der gleichen Zeit stammenden Nachbargebäude Nr. 2 des Architekten Schreiber zu den wenigen noch relativ vollständig erhaltenen Stadtvillen der Jahrhundertwende. Das Objekt ist bedeutend und für Köln unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0