Wohn- u. Geschäftshaus
Kurfürstenstraße 6 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6229 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kurfürstenstraße 6, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.10.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1895, 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 4 originalen Gauben, flache Wandvorlage sowie Balkone in der Mittelachse des 1. und 2. OGs (oberster Balkon ursprünglich ebenfalls mit Balustrade, jetzt verändert), Tordurchfahrt in der linken Achse, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, Fenster und Balkontüren weitgehend original, Haustür und Tor zur Durchfahrt überwiegend verändert. Rückseite und seitlicher Anbau teilweise in zweifarbigem Backstein (heute größtenteils zweifarbig geschlämmt), Fenster und Tür des Vorderhauses nahezu original, Fenster und Tor des seitlichen Anbaus überwiegend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden, Putzquaderung der Wand in der Sockelzone, Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen zwischen Vestibül und Flur; im Flur Terrazzoboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, größtenteils Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, überwiegend Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen teilweise Deckenstuck. Bestandteil des Denkmals ist auch der 1geschossige an das Seitenhaus anschließende Backsteinbau (ehemaliges Pförtnerhäuschen) mit orig. Fenstern und orig. Tür sowie das 2geschossige Hinterhaus im Hof (heute Werkstatt), Fassade zweifarbig geschlämmt (ehemals in zweifarbigem Backstein), Fenster, Türen und Tore weitgehend verändert. Nicht zum Denkmal gehört der rückwärtig an das Hinterhaus angebaute 2geschossige Gebäudeteil in Backstein (ohne Traufgesims) sowie der gesamte hieran weiter anschließende 1geschossige Werkstattrakt mit der Hofüberdachung (teilweise den seitlichen Anbau des Vorderhauses einbeziehend).
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand der später als "Universitätsviertel" bezeichnete Abschnitt der südlichen Neustadt zwischen Bonner Straße und Rhein, wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Die Kurfürstenstraße - vor der Stadterweiterung Teil des Glacisweges, der hier zusätzlich ein Teil der Bonner Landstraße war - wurde in ihrem südlichen Abschnitt bereits um 1890-95, im nördlichen hingegen erst um 1904-06 bebaut. Das Haus Nr. 6 gehört zu den früheren Dokumenten der Erstbebauung und ist integraler Bestandteil eines mit seinem zeitgleich entstandenen, fassadenähnlichen Nachbarhaus Nr. 8 gebildeten Ensembles. Zusammen mit dem heute leider durch die Entfernung der Stuckfassade veränderten Haus Nr. 10 handelte es sich hier ursprünglich um eine Dreiergruppe von Häusern, die in ihrer Gestaltung aufeinander bezogen war. Das Haus Nr. 6, der rechte Teil der Gruppe, weist wie das Haus Nr. 8 als wesentliches Gestaltungsmerkmal eine besondere Akzentuierung der Mittelachse durch Wandvorlage und Balkone auf. Das o. g. Gebäude, das die Maßstäblichkeit der Bebauung und das historische Erscheinungsbild an der Kurfürstenstraße bewahrt, wird somit, auch in Bezug hierauf, zum unverzichtbaren Dokument der Architektur der Gründerzeit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0