Wohn- u. Geschäftshaus
Kurfürstenstraße 8 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6420 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Kurfürstenstraße 8, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.03.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1895, 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 1 neueren und 2 originalen Gauben, flache Wandvorlage sowie 2 Balkone in der Mittelachse (1. und 2. OG), Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance, Fenster und Balkontüren weitgehend original, Eingangstüren verändert. Rückseite weitgehend in zweifarbigem Backstein (EG teilweise geschlämmt), Fenster und Tür nahezu original. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden, reicher Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen zwischen Vestibül und Flur; im Flur Terrazzoboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, größtenteils Wohnungseingangstüren (die oberste auch mit originalem Türgriff). Bestandteil des Denkmals sind auch die beiden rückwärtigen Einfriedungsmauern in zweifarbigem Backstein.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand der später als "Universitätsviertel" bezeichnete Abschnitt der südlichen Neustadt zwischen Bonner Straße und Rhein, wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Die Kurfürstenstraße - vor der Stadterweiterung Teil des Glacisweges, der hier zusätzlich ein Teil der Bonner Landstraße war - wurde in ihrem südlichen Abschnitt bereits um 1890-95, im nördlichen hingegen erst um 1904-06 bebaut. Das Haus Nr. 8 gehört zu den früheren Dokumenten der Erstbebauung und ist integraler Bestandteil eines mit seinem zeitgleich entstandenen, fassadenähnlichen Nachbarhaus Nr. 6 gebildeten Ensembles. Zusammen mit dem heute leider durch die Entfernung der Stuckfassade veränderten Haus Nr. 10 handelte es sich hier ursprünglich um eine Dreiergruppe von Häusern, die in ihrer Gestaltung aufeinander bezogen war. Die beiden noch so erhaltenen Gebäude dieser Gruppe, Haus Nr. 6 und Nr. 8 weisen als wesentliches Gestaltungsmerkmal eine besondere Akzentuierung der Mittelachse durch Wandvorlage und Balkone auf. Das o. g. Objekt, ursprünglich das mittlere Gebäude, bewahrt die Maßstäblichkeit der Bebauung und das historische Erscheinungsbild an der Kurfürstenstraße und wird somit, auch in Bezug hierauf, zum unverzichtbaren Dokument der Architektur der Gründerzeit.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0