Wohn- u. Geschäftshaus

Keplerstraße 2 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6277
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Keplerstraße 2, 50823 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.10.1991
Stadtteil Ehrenfeld

Um 1890 erbaut. 3 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit neuerer Gaube. Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an die Renaissance, EG in Fugenschnitt. Haustür und Fenster verändert. Rückseite: backsteinsichtig, Fenster weitgehend verändert; seitlicher Anbau zum Teil mit neuerer und somit nicht zum Denkmal gehörender Aufstockung. Im Innern original erhalten: Holztreppe (abzüglich des untersten Treppenaufgangs); Geländer im Stil der 50er Jahre mit verzierten Eisenstäben und Mipolamhandlauf. Gewölbekeller. Ansonsten wurde das Innere des Hauses komplett verändert und gehört daher nicht zum Denkmal.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Stadtteil Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Als 1872 die Venloer Straße umgepflastert werden mußte, legte man im Zuge dieser Maßnahme u. a. auch die Keplerstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, an. Sie hieß damals "Wilhelmstraße" und gehörte zu den ersten gepflasterten Straßen im neuen Vorort. Das Gebäude repräsentiert in diesem Straßenzug die um die Zeit der Eingemeindung errichtete historische Bebauung. In der weitgehend erhaltenen, zurückhaltend gegliederten Fassade macht sich bereits der Einfluß der innerstädtischen Architektur bemerkbar. Die gestalterische Betonung des ersten Obergeschosses, also der Beletage, belegt die Orientierung an den Häusern besser situierter Bürger, weist also auf das wachsende Selbstbewußtsein und das Repräsentationsbedürfnis der Bewohner dieses neuen Kölner Stadtteils hin. Das o. g. Objekt wird daher sowohl als Hinweis auf die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds als auch als Beispiel für die um die Zeit der Eingemeindung errichtete Architektur und ihre stadtteilspezifische Ausprägung zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0