Wohnhaus
Körnerstraße 55 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6279 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Körnerstraße 55, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 31.10.1991 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Um 1890 erbaut, ehemals Wohn- und Geschäftshaus. 3 Geschosse (ursprünglich 4), 3 Achsen, neuer Dachausbau; erkerartige Wandvorlage in der linken Achse. Stuckfassade im Stil der Renaissance (EG z. T. verändert); Durchfahrt mit originalem Tor. Rückseite und L-förmiger, nach Kriegsbeschädigung nur noch zweigeschossiger Anbau teils backsteinsichtig, teils verputzt bzw. geschlämmt. Das Innere wurde nach 1945 nach Kriegsbeschädigung komplett verändert und gehört somit nicht zum Denkmal.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Körnerstraße (früher Heribertusstraße), an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört neben der Simrockstraße zu den ersten planmäßigen Siedlungsansätzen in diesem Vorortbereich. Sie wurde also bereits ab 1845 erschlossen. Der die Venloer- mit der Subbelrather Straße verbindende Straßenzug, dessen ältester erhaltener Bau (Nr. 40) aus den frühen 60er Jahren des 19. Jahrhunderts stammt, erinnert mit seinem Namen an Karl Theodor Körner (1791-1813), den Dichter der Freiheitskriege. Das o. g. Gebäude gehört auf der linken Straßenseite zu den wenigen Zeugnissen der ehemals geschlossenen historischen Bebauung. Trotz starker Kriegsbeschädigung - das Haus weist statt der ursprünglichen vier heute nur noch drei Geschosse auf, und auch das Innere wurde nach 1945 verändert - macht die Stuckfassade den reichen gründerzeitlichen Architekturstil noch deutlich faßbar. In dieser Orientierung an der Kölner Neustadtbebauung offenbaren sich auch die wachsenden Ansprüche und das Repräsentationsbedürfnis der Bewohner des neuen Stadtteils. Somit wird das Gebäude auch als Zeugnis für die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beispiel für die zur Zeit der Eingemeindung entstandenen Bauten zu einem wichtigen Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0