Wohnhaus
Rothehausstraße 27 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6291 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Rothehausstraße 27, 50823 Köln |
| Baujahr | 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 25.11.1991 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
1890 erbaut. 3 Geschosse, 3 Achsen, neuerer Dachausbau. Reich gegliederte Stuckfassade in Anklängen an die Renaissance. EG teilweise verändert. Haustür und Fenster verändert. Rückseite und ein- bis zweigeschossiger Anbau verputzt; Fenster verändert. Im Innern original erhalten: das Vestibül abschließender Stützbogen mit etwas Stuck; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben ab dem Aufgang zum 1. OG.
Nicht zum Denkmal gehören: kleiner eingeschossiger Anbau am Vorderhaus (Art Fahrradschuppen); eingeschossiges, diesem gegenüberliegendes Hofgebäude sowie neuere Trennmauer vor dem eingeschossigen Anbauteil mit rundbogigem Durchgang.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Rothehausstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, stellt eine der parallelen Verbindungsachsen zwischen Venloer- und Vogelsanger Straße dar. Sie wurde ab ca. 1870 unter dem Namen Franzstraße angelegt und gehört somit zu den ersten planmäßigen Straßenerschließungen Ehrenfelds. In dem vorwiegend aus spätklassizistischen Dreifensterhäusern bestehenden, noch in großen Teilen erhaltenen Straßenzug bildet das Gebäude einen wichtigen integralen Bestandteil. Es zählt zur jüngeren Wohnbebauung und macht mit seiner aufwendig dekorierten Stuckfassade die Orientierung an der Innenstadtarchitektur und somit die allmähliche Verstädterung Ehrenfelds deutlich faßbar. Hier zeigen sich das Repräsentationsbedürfnis und die wachsenden Ansprüche der Bewohner des neuen Kölner Stadtteils. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beispiel für den Gestaltungsreichtum der um die Zeit der Eingemeindung errichteten Architektur und ihrer spezifischen Ausprägung wird das o. g. Objekt daher zu einem unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0