Wohnhaus

Simrockstraße 5 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6353
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Simrockstraße 5, 50823 Köln
Baujahr1895 bis 1896
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.01.1991
Stadtteil Ehrenfeld

1895/96 erbaut. 2 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhaus in der rechten Gebäudehälfte, dort auch zwei Maueranker (Dachlösung nach Kriegsbeschädigung verändert; sie entsprach, ebenso wie die Fassadengestaltung, dem spiegelgleich ausgeführten Haus Nr. 1); in der linken Achse im 1. OG Erker auf polygonalem Grundriß, risalitartige Wandvorlage in der rechten Gebäudehälfte. Reiche, durchgehend in Fugenschnitt strukturierte Stuckfassade, in der Art des Historismus in verschiedenen Stilrichtungen dekoriert. Fenster weitgehend verändert, Haustür (mit Terrazzotreppenaufgang) original. Seitenfassade verputzt. Rückseite: verputzt; Fenster erneuert; im EG rechts Wintergarten mit aufgesetzter Terrasse. Im Innern original erhalten: im Vestibül ornamentierter Fliesenboden, Wand- und reicher Deckenstuck; als Abschluß Holztür mit Oberlicht; Diele mit ornamentiertem Fliesenboden; Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten; weitgehend die Zimmertüren, Deckenstuck, außerdem der Terrazzoboden in der Küche (EG).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeinung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Simrockstraße (früher Karlstraße), an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört neben der Körnerstraße zu den ersten planmäßigen Siedlungsansätzen des Stadtteils. Die teilweise erhaltene historische Bebauung weist mit dem Nebeneinander verschiedener Haustypen und den abwechslungsreich gestalteten Fassaden auf die unterschiedlichen, hier damals ansässigen Sozialschichten hin. Das Gebäude ist wichtiger integraler Bestandteil eines Ensembles, bestehend aus den Häusern Nr. 1 bis Nr. 9, die - abgesehen vom Haus Nr. 3 - in ihrer Gestaltung jeweils paarweise aufeinander bezogen sind und in denen der reiche gründerzeitliche Architekturstil in eindrucksvoller Weise zum Ausdruck kommt. Mit der deutlichen Orientierung an der Kölner Neustadtbebauung belegt der Fassadenstuck nicht nur die Annäherung an die Innenstadt, sondern darüber hinaus auch die wachsenden Ansprüche der Bürger des neuen Stadtteils. Dies wird auch in der aufwendigen, nur geringfügig veränderten Innenausstattung des Gebäudes deutlich. Als Beleg für die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds und als Beispiel für die Gestaltungsvielfalt der gehobeneren stadtteilspezifischen Architektur wird es daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0