Wohnhaus

Simrockstraße 1 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1460
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Simrockstraße 1, 50823 Köln
Baujahr1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.04.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das 1895 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Es liegt im Gebiet zwischen zwei großen Radialstraßen des Vororts, der Venloer Straße und der Subbelrather Straße, ein Gebiet, das im ausgehenden vorigen Jahrhundert sukzessiv mit Wohnstraßen erschlossen wurde. Die starke Expansion Ehrenfelds als Produktions- und Wohngebiet in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und die Konsolidierung der Vorortstruktur um die Jahrhundertwende ist noch heute an der architektonischen Gestaltung ablesbar. So findet sich in dem vorliegenden Gebiet ein Nebeneinander von repräsentativen Häusern mit Stuckfassade für den Bürger der gehobenen Mittelschicht bis hin zu einfachen Wohnhäusern für eine in den hier gelegenen Produktionsbetrieben tätige Arbeiterbevölkerung. Das vorliegende Objekt dokumentiert anschaulich die anspruchsvollere Wohnhausarchitektur in unmittelbarem Anschluß an die Venloer Straße.

Die Fassade des dreiachsigen, zweigeschossigen Gebäudes mit Erker und Giebelgeschoß weist drei Gestaltungsprinzipien auf: Den architektonischen Aufbau, die Strukturierung der Grundfläche und den Dekor. Die Fassade zeigt durch das gekuppelte Rundbogenfenster (Erdgeschoß) und den darüber liegenden, dreiseitig gebrochenen Erker (erstes Obergeschoß) in der rechten Achse einen asymmetrischen Aufbau. Die Fassadengrundfläche ist in allen Geschossen über einem glatten Putzsockel rustiziert, wobei der Fugenschnitt mit zunehmender Höhe abnimmt. Fensterformen und Dekor variieren in jedem Geschoß. Neben antikisierenden Elementen (z.B. Brüstungsplatte mit Löwenkopf im Erdgeschoß, Rundbogenfenster und rundbogiger Hauseingang mit volutenförmigem Scheitelstein) dominieren gotische Formen (z.B. Maßwerkbrüstungen, Maßwerkfenster mit zweiteiligem Oberlicht, Schmiedeeisenbeschloäge im Ziergiebel).

Von der aufwendigen Innenausstattung des Gebäudes sind, neben dem großzügigen Treppenhaus mit Oberlicht, vor allem die Stukkaturen hervorzuheben. Der kreuzgratgewölbte Eingangsflur mit quadratischem Gewölbespiegel zeigt eine barockisierende Gliederung und einen barockisierenden Schmuck (z.B. gekehlte Türgewände zum Treppenhaus). In dem Raum finden sich aufwendige Deckenprofile und Rosetten unterschiedlicher Formgebung. Besonders aufwendig ist eine Kassettendecke aus Stuck gestaltet, bei der sich in den Eckfeldern Motive der Jagd und Musik finden.

Besonders erhaltenswert ist darüber hinaus insbesondere die originale Haustüre mit Schnitzwerk, Verglasung und Schmiedeeisen.

Das Gebäude findet im Haus Simrockstraße 5 seine unmittelbare, spiegelbildliche Entsprechung. Zudem ist das Gebäude ein unverzichtbarer Bestandteil eines größeren Straßenensembles (Simrockstraße 3,7,9,6,8,12,14).

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0