Wohnhaus

Simrockstraße 3 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6309
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Simrockstraße 3, 50823 Köln
Baujahr1872
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.12.1991
Stadtteil Ehrenfeld

1872 erbaut. 2 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß (verändert). Spätklassizistische Stuckfassade. Links und rechts der Haustür kleine Terrasse mit teilweise erhaltener Balustrade (linke Terrasse in späterer Zeit durch Wintergarten geschlossen). Fenster erneuert; Haustür nicht aus der Bauzeit stammend, mit Jugendstildekorationselementen, mit Oberlicht. Rückseite: teils backsteinsichtig, teils verputzt; Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten bzw. erhaltenswert: im Vestibül ornamentierter Fliesenboden und Deckenstuck; Fliesenboden auch im Flur (mit leichten Beschädigungen); Holztreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten. Kellergewölbe. Großer Vorgarten, originale Einfriedungsmauer mit schmiedeeisernem Gitter und Tor.

Nicht zum Denkmal gehört: später ergänzter rückwärtiger mittiger Anbau (eingeschossig, ehem. Waschküche).

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Simrockstraße (früher Karlstraße), an der sich das o. g. Objekt befindet, gehört neben der Körnerstraße zu den ersten planmäßigen Siedlungsansätzen des Stadtteils. Die teilweise erhaltene historische Bebauung weist mit dem Nebeneinander verschiedener Haustypen und den abwechslungsreich gestalteten Fassaden auf die unterschiedlichen, hier damals ansässigen Sozialschichten hin. Das Gebäude stellt neben dem Haus Nr. 21 das älteste erhaltene Zeugnis der Bebauung dar. Es wurde vor der Erstellung des Fluchtlinienplans errichtet und setzt sich daher durch einen großen Vorgarten mit Abschlußmauer und -gitter zur Straße ab. Hier offenbart sich der Gestaltungsreichtum und die Schmuckfreudigkeit der vor der Eingemeindung entstandenen Architektur. Es belegt darüber hinaus den gehobenen Sozialstatus der damaligen Bewohner; denn zu seiner Erbauungszeit herrschte in diesem Bereich eine ländlich bzw. vorstädtisch geprägte Bauweise vor, für die backsteinsichtige, geschlämmte oder ausgesprochen sparsam dekorierte Putzfassaden kennzeichnend sind. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche Entwicklung Ehrenfelds und als Beispiel für die vor der Eingemeindung errichtete Architektur und ihre stadtteilspezifische Ausprägung wird es daher trotz einzelner Veränderungen zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0