Wohnhaus

Lotharstraße 3 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6446
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lotharstraße 3, 50937 Köln
Baujahrum 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 02.04.1992
Stadtteil Sülz

Erbaut um 1914, 3 Geschosse und Mansard- und Giebelgeschoß, 5 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Neoklassizismus, axialsymmetrischer Aufbau, Risalit über die mittleren 3 Achsen mit Loggien im 1. und 2. OG und Balkon im Mansardgeschoß, Mittelgiebel flankiert von Gauben, Hauseingang in der Mittelachse (orig. Haustür) Mansarddach, Fenster verändert, Rückfront: Putzfassade; Risalit und Balkone. Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich Marmorboden, Marmortreppe und Wandgliederung in Marmor; Terrazzotreppe mit Holzhandlauf und Terrakottaboden auf den Absätzen und den Etagen. Wohnungs- und Zimmertüren (z. T. mit Beschlägen), orig. Fliesen in den Küchen (z. T. auch in den Bädern, z. T. Stuckrosetten. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit der zeitgenössischen Einfriedung.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Wohnbebauung in dem seit 1888 eingemeindeten Vorort Sülz setzte ab 1845 ein. Das o. g. Objekt entstand in der zweiten, für Sülz wesentlichen und das heutige Erscheinungsbild der Straßen immer noch prägenden Entwicklungsstufe: nach der Jahrhundertwende, als die Neustadt nahezu vollendet war und entlang der wichtigen Ausfallstraßen weitere Gebiete für stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen wurden. Die Lotharstraße ist eine relativ spät bebaute Wohnstraße zwischen Luxemburger und Berrenrather Straße, entlang des Nikolausplatzes mit der neuromanischen Pfarrkirche St. Nikolaus verlaufend. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil des im Teilbereich zwischen Luxemburger und Emmastraße noch überwiegend original erhaltenen Straßenensembles Lotharstraße Nr. 3-9/Luxemburgerstraße Nr. 204, wobei es innerhalb der Straßenbebauung mit seinem hohem Giebel und dem mächtigen, durch Loggien aufgebrochenen Risalit einen besonders markanten Akzent setzt. Die ansonsten zurückhaltend in Anklängen an den Neoklassizismus gegliederte Fassade ist schließlich auch von künstlerisch-wissenschaftlicher Bedeutung für das Verständnis der Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0