Wohnhaus
Lotharstraße 7 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4021 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Lotharstraße 7, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 15.01.1987 |
| Stadtteil | Sülz |
Das um 1914 errichtete dreigeschossige Wohnhaus mit Giebelgeschoß und Mansarddach präsentiert sich mit grobgekörnter Putzfassade, drei Fensterachsen und Risalit mit Balkon. Stuckverzierungen am Risalit und im Giebelgeschoß lassen die betonte Mittelachse baukünstlerisch in Erscheinung treten. Sowohl der hohe Giebel als auch die hohen, schmalen Fenster am Risalit und im Tympanon verleihen der symmetrischen Fassade eine strenge vertikale Bindung. Dergestalt spiegelt die Fassade als konstruktiver Bestandteil des Hauskerns dessen Proportionen entsprechend seinem Querschnitt. Baukünstlerisch ist der Risalit durch ein Muschelornament mit Knorpelwerk zwischen dem ersten und dem zweiten Obergeschoß bereichert. Angrenzend an die äußeren Fensterlaibungen verstärken zwei Kenneluren zusammen mit Halbsäulenpilaster aus Ringelementen zwischen den Fenstern, vom Erdgeschoß bis zum ersten Obergeschoß durchlaufend, die vertikale Wirkung des Risalits. Die Balkonbrüstung über dem 2. OG ist durch ein Feld von kleinen, quadratischen Mauerdurchbrüchen strukturiert, die den Fensterachsenverlauf optisch bis zur Traufhöhe fortsetzen. Knospen- bzw. Knaufornamenten zieren die Abstände zwischen den Fenstern im Giebelgeschoß. Seitliche Viertelsäulen mit scharfkantig aufeinandertreffenden Kanneluren betonen den Hauseingang und das rechte Fenster im EG mit verblendetem Bogenfeld. Über dem Eingang befindet sich eine nach rechts versetzte Kartusche. Ein darunter befindliches Relief stellt einen Putto mit Lyra und Lorbeerkranz dar.
Im Innern weist der Hausflur originale Bodenfliesen und Jugendstilfliesen an den Wänden auf, über denen sich in kassettierten Feldern Kartuschen befinden. In Höhe der Kämpferlinie des Deckengewölbes im Hausflur verlaufen an beiden Seiten Konsolgesimse. Die originale Terrazzotreppe besitzt ein schmiedeeisernes Geländer mit Handlauf und originalem Antrittspfosten.
Um 1845 beginnt in Sülz die Bebauung in dem Bereich zwischen Sülzburgstraße und Aegidiusstraße. Nach Vollendung der Kölner Neustadt setzt eine zweite Entwicklungsphase in Sülz ein, in die auch die Bebauung der Lotharstraße fällt, um weitere Gebiete für stadtnahes Wohnen zu erschließen. Das o. g. Gebäude ist ein Dokument der Originalbebauung von Sülz aus dieser Zeit.
Angrenzend an ein strenges Straßenraster zwischen Luxemburger Straße und Zülpicher Straße, bietet die Originalbebauung der Lotharstraße ein historisches Straßenbild, das durch Giebel, Risalite mit Balkonen und Vorgärten mit Einfriedungen charakterisiert ist. Als städtbaulich geschlossene Häuserzeile vereinigt sich das o. g. Objekt mit den Häusern Nr. 3, 5 und 9 zu einem Denkmalensemble.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0