Wohn- u. Geschäftshaus

Merowingerstraße 50a · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6566
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Merowingerstraße 50a, 50677 Köln
Baujahr1900 bis 1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.07.1992
Stadtteil Neustadt/Süd

1900-02 erbaut; 5 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, flache Wandvorlage in der Mittelachse vom 2.-4. OG, Stuckfassade im Stil des Historismus, EG verändert. Haustür verändert, Fenster weitestgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter mehrfarbiger Terrazzoboden, im Vestibül Deckenstuck, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, vereinzelt Deckenstuck (z. B. 1. OG) und einige Zimmertüren (z. B. im EG und 1. OG). Rückseite: zweifarbige Backsteinfassade, seitlicher Anbau, Fenster teilweise original, neue Dachgauben.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand in der südlichen Neustadt im Umkreis der Elsaßstraße ein neues Arbeiterviertel mit Mietshäusern von meist einfacherer Fassadengestaltung. Zeugnisse dieser schlichten Gründerzeitarchitektur sind in der zwischen 1890 und 1902 bebauten Merowingerstraße nur noch wenig erhalten, so daß das Haus Nr. 50a als Dokument der Erstbebauung ortsgeschichtlich unverzichtbar wird. Städtebauliche Bedeutung kommt ihm als integraler Bestandteil des einzigen und nur kleinen Gebäudeensembles im westlichen Abschnitt der Merowingerstraße zu, welches noch in Ansätzen die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das historische Erscheinungsbild in diesem Teil der Straße zu veranschaulichen vermag. So zeugen die hohe Geschoßzahl und die langgestreckten rückwärtigen Anbauten des obigen Denkmals und seiner Nachbarbauten von dem steigenden Wohnraumbedarf der damals wirtschaftlich aufstrebenden Stadt Köln. Ausdruck der drängenden Wohnraumbeschaffung für Arbeiter ist auch der teilweise seriell erstellte Fassadendekor, den dieses Ensemble veranschaulicht. Die Häuser Nr. 48 und 50 sind fassadengleich gestaltet und der Fries am Traufgesims wiederholt sich bei Nr. 50a. Letzteres gehört jedoch zu den vergleichsweise aufwendiger gestalteten Häusern der Merowingerstraße, welches sich durch die Andeutung eines Erkervorbaus an der Architektur repräsentativer, gutbürgerlicher Wohnhäuser orientiert. Auch im Hinblick auf diese baukünstlerische Bedeutung ist das Haus Merowingerstr. 50a unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0