Wohn- u. Geschäftshaus
Merowingerstraße 48 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7257 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Merowingerstraße 48, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1902 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.11.1994 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut: um 1902; 4 Geschosse, ausgebautes Mansardgeschoß (erneuert), 3 Achsen, äußere linke Achse durch paarweise zusammengefaßte Fenster und Hauseingang betont; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil, Fenster und Haustür erneuert; Erdgeschoß verändert.
Rückseite backsteinsichtig, Fenster teilweise original, WC-Fenster der Hofbebauung teilweise verändert. Zum Denkmal gehören die originalen Backsteinmauern im Norden und Osten des Grundstücks. Nicht zum Denkmal gehört der eingeschossige flachgedeckte Anbau im Hof.
Im Inneren original: hölzerne Treppenstufen (verändert).
Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Merowingerstraße angelegt, die den Chlodwig- mit dem Martin-Luther-Platz verbindet und nördlich des Güterbahnhofs "Bonntor" liegt. Die Bebauung zwischen Güterbahnhof und Sachsen- bzw. Karolingerring ist verhältnismäßig schlicht. Dementsprechend fügt sich auch das o. g. Objekt in den Straßenzug ein. Es ist ein modifiziertes Dreifensterhaus, das sich jedoch durch einen repräsentativen Anspruch auszeichnet. Das belegen die historisierenden Dekorelemente, die die Fassade ausgewogen gliedern: der Jugendstilschmuck über und unter den Fensteröffnungen verbindet die Fenster optisch und betont die vertikale Achsialität. Der Rapport der Motive betont gleichzeitig die Horizontale. Ihre Akzentuierung unterstützen die Sohlbankgesimse, das Kranzgesims und der Fugenschnitt. Die genannten Stuckgliederungen wiederholen sich an der Fassade des Nachbarhauses Merowingerstraße 50. Beide Gebäude sind spiegelsymmetrisch zueinander gestaltet (im Erd- und Mansardgeschoß ist die ursprüngliche Gestaltung heute nicht mehr vorhanden) und bilden ein zusammengehöriges Ensemble. Die Dopplung der Fassade verleiht ihm einen repräsentativen Charakter. Das Wohn- und Geschäftshaus Merowingerstraße 48 gehört zu einem Restbestand von Gründerzeitbauten in der Merowingerstraße, die den Zweiten Weltkrieg relativ unbeschadet überdauert haben. Es dokumentiert in seiner Gesamtheit, trotz Veränderungen, das ursprüngliche Erscheinungsbild der Merowingerstraße. Es ist ein erhaltenswerter Bestandteil der Stübbenschen Stadterweiterung und des Kölner Ensembles Neustadt-Süd.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0