Wohn- u. Geschäftshaus

Metzer Straße 35 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3974
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Metzer Straße 35, 50677 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.12.1986
Stadtteil Neustadt/Süd

Baukünstlerisch knüpft das 4geschossige symmetrisch (auch im Zusammenhang mit Haus Nr. 37) konzipierte Gebäude mit einem zusätzlichen ausgebauten Giebelgeschoß an die alte Tradition des rheinländischen Drei-Achsen-Hauses. Die moderne Fassadengliederung ist durch die starke Betonung der Eingangsachse gegeben. Das punktuelle Motiv der leicht gewölbten Balkonbalustrade wiederholt sich bei der Rahmung der hohen, gerade gezogenen Fenster des 1. und 2. Obergeschosses und bei den Schwingungen der runden und einheitlich bekrönten Fenster des 2. OG. Die eingeschnittenen leeren Brüstungsfelder und die aus dem schon umgebauten EG in die Rauhputzfassade hinein ziehende zarte Bänderung der Eingangsachse sind sonst die einzigen ornamentalen Verzierungen der rationell gestalteten und zurückhaltenden Hausfassade.

Im Innern ist die durchlaufende Kachelverblendung, weiter die Betontreppe mit ornamentiertem Schmiedeeisengeländer sowie einige noch erhaltene mehrteilige Fenster aus der Erstbebauungszeit zu erwähnen. Die Backsteinfassade des Hintertraktes ist mit ornamentierten farbigen Fliesen und entsprechenden Farbleisten ausgelegt.

Die zwischen der inneren und äußeren Wallanlage Kölns ab 1881 angelegte, rund um die Altstdt ringförmig durchgeführte Stadterweiterung erfaßte in ihrer späten Welle (etwa bis 1912) auch das Gebiet der heutigen Südstadt. Der großzügig erschlossene Straßenraum mit topographisch klar lesbaren Verkehrsachsen, die überwiegend zum Ring führen und auf das Severinstor und andere Bezirksdominanten ausgerichtet sind, umschließt die rasterartig konzipierten, relativ ruhigen Wohnstraßen entlang des Rings. Die Bebauung mit prachtvollen Häusern mit vier bis sechs Geschossen belegt die mittleren bis gehobenen Wohnansprüche der Erstbewohner des Viertels und hebt so den ursprünglichen Baubestand der aussagekräftigen Straßenzüge aus der Gründerzeit hervor.

Städtebaulich bewahrt das Zwillingshaus die Spuren der ursprünglichen städtebaulichen Intention aus der Gründerzeit. Die beherrschende Wirkung der originalen Baumasse, -höhe und -proportionen bleibt, trotz der Neubauten in unmittelbarer Umgebung, erhalten und ermöglicht, daß das Erscheinungsbild der ganzen Straße in ihrer geschichtlichen Substanz noch heute im Hauptakzent erlebbar ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0