Wohnhaus

Leostraße 63 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6585
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 63, 50823 Köln
Baujahr1907
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.07.1992
Stadtteil Ehrenfeld

1907 erbaut, 3 Geschosse, 2 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Giebelhaus in der rechten Achse sowie einer Gaube; in der rechten Achse zweigeschossiger Erker auf trapezförmigem Grundriß. Neoklassizistische Stuckfassade mit Einflüssen des späten Jugendstils und verschiedenen Putztechniken. EG verändert, Fenster und Haustür verändert. Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend backsteinsichtig; Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Wandfliesen bis einschließlich Stützbogen, darüber sparsamer Wand- und Deckenstuck, Stuck auch am Stützbogen; in Vestibül und Flur außerdem Fliesenboden (rote Sechseckfliesen, schwarz gerahmt); Terrazzotreppe, Holzgeländer mit gedrechselten Stäben.

Nicht zum Denkmal gehört: an den rückwärtigen Anbau anschließender eingeschossiger Schuppen.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Leostraße, an der sich das o.g. Objekt befindet, wurde vorwiegend ab den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts bebaut und ist eine der Verbindungsachsen zwischen Venloer- und Subbelrather Straße. Das Gebäude gehört in dem Straßenabschnitt zwischen Pellenz- und Venloer Straße zu den wenigen erhaltenen Zeugnissen der historischen Bebauung. Es repräsentiert die späte Erschließungsphase. Mit der im Jugendstil und Neoklassizismus, den in Ehrenfeld seltener anzutreffenden Architekturstilen, dekorierten Fassade orientierte man sich an den Gestaltungsformen des "vornehmeren" benachbarten Neuehrenfeld. Das Gebäude belegt somit auch die architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie die wachsenden Ansprüche und das Repräsentationsbedürfnis der Bewohner und des Bauherrn. Es wird daher auch in sozialgeschichtlicher Hinsicht zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0