Wohnhaus
Leostraße 76 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1686 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 76, 50823 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.10.1983 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Er entstand 1895 als erster planmäßig angelegter, linksrheinischer Vorort aufgrund einer spekulativen Initiative von Köln aus (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da in der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Der Ort gewann durch industrielle Ansiedlungen schnell an Bedeutung und Ausdehnung und war kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jahrhunderts, eine selbständige Stadt. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument fortschrittlichen Miethausbaus nach der Eingemeindung zu Köln.
Das dreigeschossige Mietstockwerkhaus wurde um 1905 in Jugendstil erbaut. Die Stuckfassade ist im Erdgeschoß in rauher Rustika mit horizontalen Fugen ausgeführt. Die Toreinfahrt rechts besitzt leider nicht mehr die originale Türe. Über dem Eingang auf der linken Seite ist eine Stuck-Maske mit Blattdekor angeordnet. In den beiden Obergeschossen ist auf der linken Seite ein Erker mit schrägen Seiten vorgeschoben. Dem entspricht die Fenstereinteilung, die neben dem mittleren, hochrechteckigen Fenster je ein kleines, mit Stuckfestons geschmücktes Seitenfenster aufweist. Die Seitenfenster sind mit geraden Stuckgirlanden bis Kämpferhöhe überfangen. Dieses Motiv wurde auch von den Fenstern der rechten Nebenachsen übernommen. Die mittlere Erkeröffnung ist allerdings druch ein höher gesetztes Girlanden-Motiv betont, wovon sich bis zum Fensterbankgesims des zweiten Obergeschosses lisenen-artige Stuckverzierungen nach oben erstrecken (abgesetzte Fensterbankgesimse in allen Obergeschossen). Im zweiten Obergeschoß wird der Erker von drei Rundbogenfenstern belichtet. Die wesentlich niedrigeren Seitenfenster werden in den Stuckkranz einbezogen, der über die Rundbogenfenster gehängt ist. Rechts davon stehen über den unteren Achsen zwei Rundbogenfenster, deren (mit senkrechten Sprossen aufgeteilte) Oberlichter vom gleichen Stuckkranz überfangen werden. Das darüber liegende Kranzgesims ist aus mehreren übereinander liegenden Zahnschnittgesimsen aufgebaut und schließt die spannungsreiche Fassade zum mansarddach ab. Das Dach wurde neu ausgebaut. Die rückwärtige Fassade hat einen eingeschossigen Anbau und ist aus Backstein.
Im Inneren blieben Jugendstil-Ornamente in Fußboden- und Wandfliesen erhalten (auf Pfeiler). Die Terrazzotreppe mit Holzgeländer ist original.
Die Leostraße liegt im unteren Teil im Ensemble-Bereich, während das Haus Nr. 76 zusammen mit dem gegenüber liegenden Gebäude im oberen Teil als einziges, fast original, die Katastrophen der vergangenen Jahre überstanden hat. Es ist deshalb - trotz der bedauerlichen Ausbildung der Dachzone - ein unverzichtbares Element historischer Architektur in diesem Straßenabschnitt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0