Wohnhaus
Am Kümpchenshof 13 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6589 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Am Kümpchenshof 13, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1888 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 19.08.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut um 1888, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit neuerer breiter Gaube, 3 Achsen, flache Wandvorlage in der Mittelachse des 1. und 2. Obergeschosses, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Neurenaissance und des Klassizismus, EG verändert, Fenster weitgehend original, Haustür verändert. Rückseite und kurzer seitlicher Anbau weitgehend backsteinsichtig, Fenster teilweise original, Türe (zum Hausflur) nahezu original.
Im Innern original erhalten: im Vestibül farbiger Fliesenboden, Wand in der Sockelzone mit Fugenschnitt und abschlies- sender Stuckprofilierung, reicherer Deckenstuck, Stuck am Stützbogen; im Flur farbiger Fliesenboden (EG), Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, weitgehend Wohnungseingangstüren, Reste von Deckenstuck; in den Wohnungen einige Zimmertüren mit Laibungen.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Der nach dem einst hier gelegenen Hof benannte Straßenzug Am Kümpchenshof führt vom Gereonswall zur Maybachstraße und verläuft in seinem altstadtseitigen Teil durch ehemaliges Rayonsgelände. In diesem Abschnitt erfolgte die Bebauung im wesentlichen um 1888-92 und nur auf einer Straßenseite. Die gegenüberliegende Seite bildet der begrünte Hansaplatz. Das Haus Nr. 13 gehört zu den wenigen hier noch erhaltenen Zeugnissen der Erstbebauung. Zusammen mit seinem Nachbarhaus Nr. 11 bildet es eine symmetrische Doppelhausanlage, deren jeweilige Fassade nur in Details voneinander abweicht. Bei der Gestaltung, die im wesentlichen Stilelemente der Renaissance und des Klassizismus aufgreift, ist eine besondere Betonung der Mittelachse vorgenommen worden. Durch die Fensterverdachung mit dem Dreiecksgiebel wird hierbei vor allem das Fenster im 1. Obergeschoß akzentuiert. Hier befand sich einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen. Trotz einiger Veränderungen bewahrt das o. g. Objekt die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das historische Erscheinungsbild am Kümpchenshof gegenüber dem Hansaplatz und wird somit zum unverzichtbaren Dokument, das noch heute die Entstehungsgeschichte der Neustadt veranschaulicht. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble ist das o. g. Gebäude, das wesentlich zum Verständnis der Gründerzeitarchitektur beiträgt, unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0