Wohn- u. Geschäftshaus
Am Kümpchenshof 3 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_1645 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Am Kümpchenshof 3, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.10.1983 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln, da es die Erstbebauung des westlichen Gebiets des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister H.J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Das Gebäude, ein typisches Beispiel der Gründerzeit, wurde relativ spät an der Grenze zur Altstadt errichtet.
Das um 1890 errichtete Gebäude steht teilweise auf der Stelle der abgerissenen Kölner Stadtmauer, auf deren Rest am Gereonswall es eine Hälfte der Eckfassade ausrichtet. Die andere, ebenfalls zweifensterige Fassade des viergeschossigen Miethauses ist repräsentativ zur Kreuzung mit dem Gereonswall hin gerichtet. Ein Risalit mit aufgesetztem Ziergiebel sowie gedoppelte Fensterachsen sind wesentliche Stilmittel.
Die im Stil der deutschen Renaissance der Gründerzeit gehaltene Fassade ist in der Horizontalen und der Vertikalen stark durch den Wechsel von Stuckornamenten und gelbem Ziegelmauerwerk gegliedert, deren Vielfalt (ornamentierte Brüstungsfriese im zweiten Obergeschoß, Diamantquderschichtung und Stuckornamente auf den breiten, pfeilerartigen Eckvorlagen in Putz) einen eher flächigen Eindruck ergeben. Ein sehr ausladendes Kranzgesims mit Konsolenschmuck und ein Fenstergesims im dritten Obergeschoß fassen die Fassaden in der Horizontalen zusammen. Auch die Fensterüberdachungen im zweiten Obergeschoß (Dreieckgiebel und ein Segmentbogen) sind relativ flächig gehalten.
Der Ziergiebel im vierten Obergeschoß wurde mit volutenartigen Seitenteilen und einer Fensterkrönung aus einem Segmentbogen über einem Abschlußgesims geschmückt.
Im Inneren ist das dreiläufige Holztreppenhaus mit Holzgeländer bemerkenswert, welches auf halber Geschoßhöhe rückwärtige Toiletten erschließt (Fliesenbelag im Eingang, teilweise Stuckdecken im Erdgeschoß).
In seiner Lage an der Grenze zur Altstadt ist das Gebäude mit seiner Suche nach Repräsentation mit historisierenden Stilelementen ein signifikantes Beispiel für den Übergang der Altstadtbebauung zur großzügigeren Anlage der Neustadt. Als Eckhaus an markanter Stelle ist es unverzichtbar einerseits zur Probsteigasse (Altstadt), andererseits zur Straße Am Kümpchenshof (Neustadt) hin und verbindet beide Stadtzonen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0