Wohnhaus
Von-Werth-Straße 44 · Altstadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0805 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Von-Werth-Straße 44, 50670 Köln |
| Baujahr | 1887 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.10.1981 |
| Stadtteil | Altstadt/Nord |
Erbaut um 1887, vier Geschosse, drei Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit Gaube, Balkon auf rundem Grußriß in der Mittelachse des ersten Obergeschosses (mit originalem Brüstungsgitter), Stuck- und Backsteinfassade mit Gliederungen im Stil der Renaissance, Fenster und Eingangstüre verändert. Rückseite und seitlicher Anbau verputzt, neuere Balkone, Fenster verändert, Türe weitgehend original.
Im Inneren original erhalten: Im Vestibül farbiger Fliesenboden, Putzkassettierung der Sockelzone (den Stützbogen einbeziehend), Stuck am Stützbogen; im Flur farbiger Fliesenboden, Holztreppe weitgehend mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, weitgehend Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen teilweise Deckenstuck, weitgehend Zimmertüren mit Laibungen.
Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtige, kleine Garten.
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reichs im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Die Von-Werth-Straße ist zwischen Gereonshof und Gereonswall Teil der alten, inneren Wallstraße. An der Ecke zum Gereonshof wurde die Stadterweiterung am 11. Juni 1881 mit dem ersten Durchbruch der Stadtmauer eingeleitet. Die Bebauung der Von-Werth-Straße erfolgte auf ihrer Neustadtseite und in ihrem diagonal durch den ehemaligen Befestigungsbereich bis zum Ring verlaufenden Neustadtteil um 1882-87.
Das um 1887 errichtete Haus Nr. 44 gehört zu den besonders frühen Zeugnissen der Neustadtbebauung. Es ist integraler Bestandteil eines mit seinen fassadenähnlichen Nachbargebäuden Nr. 46 und Nr. 40 im Neustadtteil gebildeten Ensembles. Das o.g. Gebäude hebt sich mit seiner sehr abwechslungsreich gestalteten Backstein- und Stuckfassade, die im wesentlichen Stilelemente der Renaissance aufgreift, besonders ab. Aufwendiger behandelt ist die Fassade dabei vor allem im Bereich des ersten Obergeschosses, wobei die Fensterverdachungen mit Segmentgiebeln und der rund geformte Balkon in der Mittelachse noch heute darauf hinweisen, daß sich hier einst das Hauptgeschoß, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen, befand. Das o.g. Gebäude, das das ursprüngliche Erscheinungsbild an der Von-Werth-Straße bewahrt, wird somit zum unverzichtbaren Dokument der Gründerzeitarchitektur.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0