Wohn- u. Geschäftshaus

Antwerpener Straße 55 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6610
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Antwerpener Straße 55, 50672 Köln
Baujahrum 1898
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.09.1992
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1898, 4 Geschosse, 5 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 4 originalen Dachhäuschen, flache Wandvorlage sowie Tordurchfahrt in der rechten Achse, balkonartige Austritte mit Balustrade in der rechten und linken Achse des 1. OGs, Stuck- und Klinkerfassade mit Gliederungen im Stil der Neurenaissance, Fenster und Balkontüren weitgehend original (Kellerfenster mit orig. schmiedeeisernem Gitter), Haustür und Tor zur Durchfahrt verändert. Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend in rotem und gelbem Klinker (teilweise verändert), Balkone (neueres Brüstungsgitter) an der Rückfront des Vorderhauses, Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: reicher Stuck am Stützbogen zwischen Vestibül und Flur; im Flur weitgehend Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer; in den Wohnungen reicher Deckenstuck im 1. Obergeschoß. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die 1geschossige Hofüberbauung.

Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die Antwerpener Straße, vor der Stadterweiterung Vogelsanger Weg, wurde im östlichen Teil bereits um 1886-90, im wesentlichen aber erst um 1900 bebaut. Aus dieser späteren Bebauungsphase stammt das Haus Nr. 55, das, etwa 1898 errichtet, zu den wenigen Zeugnissen der Erstbebauung gehört, die sich auf dieser Straßenseite erhalten haben. Es hebt sich durch seine sehr aufwendige Stuck- und Klinkerfassade im Stil der Neurenaissance besonders hervor. Durch die flache Wandvorlage wird vor allem die rechte Achse mit der von Pilastern gerahmten Tordurchfahrt akzentuiert. Durch die Fenster- und Balkontürverdachungen mit Dreieck- und Segmentgiebeln wird auch das 1. Obergeschoß betont. Hier befand sich einst das Hauptgeschoß des Hauses, die sogenannte Beletage mit den Repräsentationsräumen. Das og. Gebäude, das noch heute Aufschluß über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner gibt, ist somit unbedingt erhaltenswert. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble ist das og. Objekt aus städtebaulicher Sicht ein unverzichtbares Dokument, das den ursprünglichen Charakter der Straße und des Viertels bewahrt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0