Wohnhaus
Eifelstraße 22 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6615 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Eifelstraße 22, 50667 Köln |
| Baujahr | 1897 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 11.09.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
1897 erbaut (inschr. dat.), 4 Geschosse, Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit 3 Gauben, 3 Achsen, 2geschossiger Mittelerker auf trapezförmigem Grundriß mit aufgesetztem Balkon, Putzfassade mit Stuckgliederungen und bildhauerischem Schmuck überwiegend in Anklängen an das Rokoko, Fenster weitgehend verändert, Haustür in Teilen original. Rückseite und seitlicher Anbau überwiegend in zweifarbigem Backstein, Fenster weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Marmorboden und -treppe, ein Messinghandlauf an der Wand, teilweise Marmorvertäfelung der Wand in der Sockelzone, eine Tür, Stuck am Stützbogen; im Flur Marmorboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antritts- sowie Zwischenpfosten, Deckenstuck (u. a. zwei Stuckkonsolen im EG), Stuck an der Treppenunterseite.
Die von H.J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 wurde die Eifelstraße im Verlauf der Eisenbahntrasse nach Bonn als Alleestraße angelegt. Sie begrenzt das Villenviertel der südlichen Neustadt und wurde 1890-1900 mit 3-4geschossigen Reihenhäusern für das gehobene Bürgertum bebaut. Das 1897 errichtete Haus Nr. 22 ist integraler Bestandteil dieses in Teilen noch erhaltenen Straßenzuges und bildet gemeinsam mit seinen Nachbarhäusern (Nr. 14-16, 18, 20) ein Ensemble. Dabei hebt sich das og. Objekt durch seine aufwendigere Fassadengestaltung vorwiegend in Anklängen an das Rokoko besonders hervor. Durch den 2geschossigen Erker auf trapezförmigem Grundriß wird das Gebäude in seiner Mittelachse akzentuiert. Eine künstlerische Bereicherung sind hier vor allem die beiden Karyatiden, eine männliche und eine weibliche Gestalt, die, statt der sonst oft üblichen einfacheren Abhänglinge oder Konsolen, den unteren Abschluß des Erkers bilden. Das og. Gebäude, eine Variante des für Köln typischen Dreifensterhauses, ist somit auch als Beleg für die Gestaltungsvielfalt der Gründerzeitarchitektur unbedingt erhaltenswert. Im Ensemble mit den weiteren denkmalwerten Gebäuden veranschaulicht es darüber hinaus noch heute den ursprünglichen, vom gehobenen Bürgertum geprägten Charakter dieses Straßenzuges am Rande des südlichen Villenviertels der Kölner Neustadt und wird somit, auch im Hinblick hierauf, zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0