Wohn- u. Geschäftshaus
Im Sionstal 7 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6720 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Im Sionstal 7, 50678 Köln |
| Baujahr | 1888 bis 1889 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.01.1993 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
1888/89 erbaut, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß mit orig. Gauben, 3 Achsen, Stuckfassade mit Stilanklängen an die Renaissance, orig. Ladenfront (stilgerechtes älteres Schaufenster, Ladentür verändert). Haustür orig., Fenster verändert. Im Innern original erhalten: im Flur reich ornamentierter mehrfarbiger Fliesenboden, Deckenstuck im Vestibül, am Stützbogen und im dahinter liegenden Deckenbereich bis zum Treppenaufgang, hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten (oberer Abschluß fehlt). Geländer mit gedrechselten Stäben, im EG eine orig. Tür mit Rahmen sowie Aborttüren auf den Treppenpodesten, in den Wohnungen Dielenböden und im 1. und 2. OG Stuckdecken; Laden: unter neuem Belag teilweise sichtbarer orig. Fliesenboden, alte Wandfliesen bis zur halben Höhe (verblendet), Stuckdecke im hinteren Raum. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher 2geschossiger Anbau (nach Kriegszerstörung nicht wieder 4geschossig aufgebaut) sowie daran anschließend 1geschossiger vorspringender Anbau (ehem. Waschküche, heute Wohnung), Backsteinfassaden, Dachzonen verändert. Alle Stichbogenfenster sowie Türen verändert.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das Haus Im Sionstal 7 gehört als integraler Bestandteil zu den wenigen und daher ortsgeschichtlich unverzichtbaren Bauten der Kölner Altstadt, welche die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überdauert haben. Es befindet sich am südlichen Ende der Straße "Im Sionstal", welche in der Verlängerung der Follerstraße nach Süden bis zur nördlichen Grenze des Severinsviertels verläuft. Während sie im nördlichen Abschnitt kaum Bebauung aufweist, blieb im südlichen Bereich zwischen Landsberg- und Rosenstraße die kleinteilige Parzellierung und teilweise auch die historische Bausubstanz erhalten. Hier blieb als einziges Denkmalensemble eine Reihenhauszeile bestehen, die aus dem obigen Gebäude und den Häusern 1, 15 und 17 gebildet wird und eine Vorstellung von der charakteristischen gründerzeitlichen Bebauung dieser Straße sowie des Severinsviertels vermittelt. In diesem bis heute zu den besonders typischen Kölner Quartieren gehörenden Stadtteil hatten Industrialisierung und enormes Bevölkerungswachstum seit der Mitte des letzten Jahrhunderts zur Anlage und Bebauung neuer Straßenzüge seitlich der Severinstraße geführt, die vorwiegend von Arbeitern bewohnt wurden. Architektonisch herrschte im Severinsviertel das Dreifensterhaus vor, wie es heute noch anhand der Vielzahl der erhaltenen Gebäude ablesbar ist. Im Sionstal haben sich ebenfalls Zeugnisse dieses Bautyps erhalten, wobei obiges Haus Nr. 7 als eines der erhaltenen späteren Gebäude dieses Ensembles (Nr. 1, 7, 11, 15, 17) eine schmuckreichere Fassade mit Anklängen an die Renaissance aufweist als die früheren um 1880 erbauten Häuser. Auffallend ist dabei die besondere Betonung der Beletage im 1. OG, wo der Fassadendekor teilweise sogar mit figürlichen Elementen am üppigsten ausgebildet ist. Bauhistorisch bedeutend ist auch der Erhalt der Erdgeschoßzone mit weitestgehend originaler Ladenfront und der reich profilierten historisierenden Haustür sowie im DAchgeschoß die Gauben, so daß das Haus als eines der wenigen Kölner Beispiele noch seine komplette Ansicht bewahrt hat. Baukünstlerisch erwähnenswert sind auch der gut erhaltene reich ornamentierte Fliesenboden im Flur und die Stuckdecken, die die Schmuckfreude jener Zeit selbst in Arbeiterwohnvierteln dokumentieren.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0