Wohnhaus

Hans-Driesch-Straße 3 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6654
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hans-Driesch-Straße 3, 50935 Köln
Baujahr1959 bis 1960
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.10.1992
Stadtteil Lindenthal

Erbaut 1959/60 von den Architekten Anneliese Vossbeck-Krahwinkel und Ulrich Vossbeck; freistehender, giebelständig zur Straße ausgerichteter Bau auf nahezu rechteckigem Grundriß; ein, an der Rückfront durch Abfall des Geländes zwei Geschosse; Backsteinfassaden (an der Rückfront geschlämmt), flach geneigtes Satteldach, orig. Fenster. Nordseite: betonter Eingangsbereich (z. T. farbige Glasbausteine eingelassen in Sichtbeton), weit vorgezogene Eingangsüberdachung, orig. Haustür (Kupfer), Fensterband (mit Fenstergitter), den Eingangsbereich abschließende Bruchsteinmauer, vorgesetzter Kamin im rückwärtigen Bereich. Südseite: 3 Fenstertüren, jeweils eingebundene in großflächige Verglasung vorgelagerte, dreiseitig umschlossene Terrasse mit Innenhofcharakter (Pflasterung in Norweg. Schiefer, Brunnen, Pergola mit Stahlstützen als Verbindung zwischen Haus und Garage); im rückwärtigen Bereich frei auskragende Treppe zum Garten (Betonstufen, Metallgeländer). Rückfront: Seitliche Mauern vorgezogen, OG und Giebel vollständig verglast (niedriges Brüstungsfeld mit Holzverschalung), Balkon (Marmorboden, Metallgeländer) in Hausbreite, weit überkragendes Satteldach. Im Innern original erhalten: EG: Travertinboden in Eingangsbereich und Diele; Marmorboden, Holzverschalung (Decke) und Kamin im Wohnraum; Parkettboden in den weiteren Räumen, Fliesen in der Küche; Treppe zum OG (Travertinstufen, Metallgeländer mit Glaseinsätzen, Seitenwangen mit Holzlamellen); UG: Travertinboden im Flur; Einbauten, Zimmertüren, Heizungsverkleidungen, Fensterbänke (Naturstein) in allen Räumen.

Bestandteil des Denkmals sind auch: Die an die Garage des Nachbarhauses anschließende Garage, die gestaltete Gartenanlage mit Pflasterung des Eingangsbereichs in Norweg. Schiefer und Außentreppen, der Vorgarten sowie die straßenseitige Einfriedungsmauer mit geschmiedetem Tor und die Beleuchtung.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. O. g. Objekt entstand nach Entwürfen des Architektenehepaars Vossbeck-Krahwinkel in einer ruhigen Wohnstraße im stadtauswärts gelegenen Teilbereich von Lindenthal, auf dem Gebiet des ehemaligen Dorfes Deckstein. Die Bebauung besteht hier im wesentlichen aus freistehenden, von großflächigen Gärten umgebenen Einfamilienhäusern - erbaut Mitte bis Ende der 50er Jahre. Innerhalb des Wohnviertels um die Hans-Driesch-Straße verleiht das o. g. Wohnhaus zusammen mit einigen anderen - hervorzuheben ist das von J. Schürmann entworfene Haus Dr. Gold, Hans-Driesch-Str. 15 - der Umgebung den Charakter einer in der Bauqualität exklusiven Wohngegend. Da ein Großteil der Bauten sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrt hat, sind hier in Deckstein die verschiedenen Stilströmungen im Wohnhausbau der späten 50er Jahre in beispielhafter Weise ablesbar.

Das 1959/60 gebaute Einfamilienhaus bildet mit dem in Stellung und Material gleichartig ausgebildeten Nachbarhaus (Hans-Driesch-Str. 5) - dazwischen liegen die beiden angebauten Garagen - ein Ensemble, das sich durch seine deutliche Abgrenzung zur Straße hin und starke Geschlossenheit auszeichnet. Geschickt haben die Architekten beider Häuser den Niveauunterschied des stark abfallenden Geländes genutzt und die sonst flach gelagerten Bauten im rückwärtigen Bereich zweigeschossig angelegt. Im Gegensatz zur straßenseitigen Nordfassade wurden die zum Garten weisenden Fronten des o. g. Gebäudes gestaltet: Die Westfassade lädt mit betontem Eingangsbereich und weit ausgreifendem Vordach zum Betreten des Hauses ein. Süd- und Ostseite öffnen sich mit großflächigen Glasscheiben zum Garten und zur dreiseitig geschlossenen und durch Pflanzbecken, Brunnen und Pergola gegliederten Terrasse, die dem großzügigen Innenbereich des Wohnraums als eine Art umgebenen Freibereichs zugeordnet ist; der direkte Zugang wird durch Fenstertüren in allen Wohn- und Schlafräumen gewährt. In dieser Verbindung von Innen- und Außenraum stellt der Bau eine deutliche Abkehr vom konventionellen Hausbauen dar und ist charakteristisch für die fortschrittliche Architektur der späten 50er Jahre unter dem Einfluß der Bauten Mies van der Rohes und Richard Neutras.

Den Ansprüchen des Bauherrn entsprechend, hat das Architektenpaar außen und innen hochwertige Materialien verwendet; Einzelstücke wie Haustür, Eingangstor, Außenbeleuchtung und Brunnenplastik, wurden von Künstlern gefertigt -, die dem Gebäude einen in bezug auf die Bauqualität hochwertigen und einzigartigen Charakter verleihen und im Zusammenspiel oft reizvolle Kontraste bilden. Wesentlich für das Gesamterscheinungsbild ist auch die gestaltete Außenanlage, die sich mit der Architektur zu einer untrennbaren Einheit zusammenfügt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0