Wohnhaus

Hans-Driesch-Straße 4 · Lindenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6689
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Hans-Driesch-Straße 4, 50935 Köln
Baujahr1960
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.01.1992
Stadtteil Lindenthal

Erbaut 1960 von Architekt Günter Bienko; freistehender, traufständig zur Straße ausgerichteter Bau; 2 Geschosse, Backsteinfassaden, abgesetzte Traufe (glatt verputzt); flach geneigtes, bündig abschließendes Satteldach. Straßenfassade: Hauseingang: orig. Haustür mit vertikaler Verglasung zu beiden Seiten (messing-eloxiertes Alu-Gitter) und Überdachung; Treppenhausfenster erkerartig aus der Flucht vortretend; Fenster (z. T. mit Fenstergittern) teilweise verändert. Seitenfassade (Süden): Mittelbereich großflächig verglast mit Balkon (Metallgeländer) im OG, Sturz abgesetzt (glatt verputzt). Rückfront: im rechten Winkel angeschlossener 1geschossiger Wohntrakt (flach geneigtes Satteldach, mit einem erkerartig aus der Flucht vortretendem Fenster nach Osten und großflächiger Fensterfront nach Süden); Fenstertüren, überdachte Terrasse. Seitenfassade (Nord): Treppenabgang zum Keller (Metallgeländer).

Bestandteil des Denkmals ist auch die originale Innenausstattung (Treppe, Parkettboden usw.), die im Norden anschließende Garage (Backstein; Sturz abgesetzt), die Gartentür (Straßenseite) sowie die umgebende Gartenanlage mit Trenn- und Einfriedungsmauern.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. O. g. Objekt entstand nach Entwürfen des Architekten Günter Bienko in einer ruhigen Wohnstraße im stadtauswärts gelegenen Teilbereich von Lindenthal, auf dem Gebiet des ehemaligen Dorfes Deckstein. Die Bebauung besteht hier im wesentlichen aus freistehenden, von großen Gärten umgebenen Einfamilienhäusern - erbaut Mitte bis Ende der 50er Jahre. Innerhalb des Wohnviertels um die Hans-DrieschStraße verleiht o. g. Wohnhaus zusammen mit einigen anderen - hervorzuheben ist das von J. Schürmann entworfene Haus Dr. Gold, Hans-Driesch-Str. 15 - der Umgebung den Charakter einer in der Bauqualität exclusiven Wohngegend. Da ein Großteil der Bauten sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrt hat, sind hier in Deckstein die verschiedenen Stilströmungen im Wohnhausbau der späten 50er Jahre in beispielhafter Weise ablesbar.

Ebenso wie bei den gegenüberliegenden Bauten (Hans-DrieschStr. Nr. 3 und 5) wird das Erscheinungsbild des zur Straße breit gelagerten Gebäudes wesentlich durch das Baumaterial Backstein geprägt. Fenster- und Türöffnungen strukturieren die klaren Fassadenflächen axial; gestalterische Akzente werden sparsam gesetzt. Baudetails wie Trauf- und Oberkanten, Sturz- und Brüstungsfelder sind hell verputzt, bzw. gestrichen und bilden so ebenso wie die weißen Tür- und Fensterrahmen - das Treppenhausfenster tritt erkerartig aus der Bauflucht hervor - einen reizvollen Kontrast zum Rot des Backsteins. Das flach geneigte Satteldach - die charak- teristische Dachform im Wohnhausbau der 50er Jahre - ist ohne Dachüberstand ausgebildet, wodurch die kubische Geschlossenheit des Baukörpers stark betont erscheint. Die Süd- und Sonnenseite des Wohnhauses wird mit großflächiger Verglasung aufgebrochen.

In dieser insgesamt klaren und zurückhaltenden Architektursprache schließt der Bau an die Architektur skandinavischer Länder an - die entscheidenden Impulse für den Wohnhausbau der Nachkriegszeit kamen vor allem aus Schweden und den USA. Als charakteristisches Wohngebäude der späten 50er/Anfang 60er Jahre wird das o. g. Objekt somit zum unverzichtbaren Dokument der inzwischen abgeschlossenen Bauepoche.

Wesentlich für das Gesamterscheinungsbild ist schließlich auch die umgebende Gartenanlage mit den Einfriedungsmauern.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0