Wohnhaus
Hans-Driesch-Straße 5 · Lindenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6717 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Hans-Driesch-Straße 5, 50935 Köln |
| Baujahr | 1959 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.01.1993 |
| Stadtteil | Lindenthal |
Erbaut 1959 von dem Architekten H. Kohl (Aachen); freistehender, giebelständig zur Straße ausgerichteter Bau auf rechteckigem Grundriß; ein, an der Rückfront durch Abfall des Gebäudes zwei Geschosse; Backsteinfassaden, Fensterstürze in Waschbeton; flach geneigtes Satteldach; Fenster größtenteils original. Westseite (zur Straße): ein Fenster (orig. Fenstergitter). Nordseite: Hauseingang (orig. Haustür), zu beiden Seiten großflächige Verglasung (ursprgl. Milchglas) mit horizontaler Gliederung, rückwärtiger Bereich (2geschossig) mit Nebeneingang (Tür verändert), 1 neues Fenster, 2 Fensteröffnungen vergrößert. Ostseite (2geschossig): eine neue Fensteröffnung im EG. Südseite: großflächige Verglasung (Schiebetüren mit oberen Lüftungsschlitzen) und außen vorgesetzte Schiebeläden (Holzlamellen); 1geschossiger Anbau (Bj. 1989) im rückwärtigen Bereich (2geschossig) mit begrüntem Flachdach; Terrasse neu gepflastert (ehem. Betonplatten) und verbunden mit Dachgarten. Inneres: originale Grundrisse (lediglich eine Trennwand in der Küche ist entfernt worden); der Parkettboden in EG und OG wurde entsprechend dem Originalzustand erneuert; Zimmertüren mit Beschlägen, Gewänden und verglasten Oberlichtern; Treppe ins UG (Holzbohlen auf Stahlträgern); ein Kamin; einige Einbauten. Bestandteil des Denkmals sind auch die an die Garage des Nachbarhauses Nr. 3 anschließende Garage (Backstein, Oberkante in Waschbeton) sowie die in Teilen veränderte Gartenanlage (Terrasse und Eingangsbereich neu gepflastert; ehem. Betonplatten) mit Außentreppe (Waschbeton, Metallgeländer) an der Nordseite, Vorgarten und Einfriedung (Mauer zur Straße ursprgl. mit Öffnungen im Mauerwerk; orig. Gittertor).
Nicht Bestandteil des Denkmals ist der neuere Anbau.
Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des 2. Weltkrieges, geraten als inzwischen abgeschlossene Bauepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt Köln über eine Anzahl von Bauten von hoher baukünstlerischer Qualität, von den Architekten oft im Sinne eines "Gesamtkunstwerkes" durchgestaltet und in Beziehung zu einem städtebaulichen Gesamtkonzept entworfen. Obengenanntes Objekt entstand nach Entwürfen des Architekten Horst Kohl, Aachen, in einer ruhigen Wohnstraße im stadtauswärts gelegenen Teilbereich von Lindenthal, auf dem Gebiet des ehemaligen Dorfes Deckstein. Die Bebauung besteht hier im wesentlichen aus freistehenden, von großen Gärten umgebenen Einfamilienhäusern, erbaut Mitte bis Ende der 50er Jahre. Innerhalb des Wohnviertels um die Hans-Driesch-Straße verleiht o. g. Wohnhaus zusammen mit einigen anderen
- hervorzuhebenen ist das von J. Schürmann entworfene Haus Dr. Gold, Hans-Driesch-Str. 15 - der Umgebung den Charakter einer in der Bauqualität exclusiven Wohngegend. Da ein Großteil der Bauten sein ursprüngliches Erscheinungsbild bewahrt hat, sind hier in Deckstein die verschiedenen Stilströmungen im Wohnhausbau der späten 50er Jahre in beispielhafter Weise ablesbar.
Das im Jahre 1959 gebaute Einfamilienhaus bildet mit dem in Stellung und Material gleichartig ausgebildeten Nachbarhaus (Hans-Driesch-Str. 3) - dazwischen liegen die beiden angebauten Garagen - ein Ensemble, das sich durch seine deutliche Abgrenzung zur Straße hin und starke Geschlossenheit auszeichnet. Geschickt haben die Architekten beider Häuser den Niveauunterschied des stark abfallenden Geländes genutzt und die sonst flach gelagerten Bauten im rückwärtigen Bereich zweigeschossig angelegt. Im Gegensatz zur straßenseitigen Westfassade öffnet sich die Südseite mit großflächiger Verglasung zur Terrasse bzw. zum Garten. Bei Öffnung der großen Schiebetüren gehen Innenraum und gestalteter Außenraum nahtlos ineinander über, andererseits bieten die verschiebbaren Lamellen Licht- und Sonnenschutz. Kohl's Architektur zeigt sich klar und sachlich; Fenster- und Türöffnungen strukturieren die Fassadenflächen axial, auskragende Elemente - selbst Dachüberstände - werden vermieden, was die kubische Geschlossenheit des Baukörpers unterstreicht. Wesentlich geprägt wird das Erscheinungsbild des Wohnhauses durch das unverputzte, ungestrichene Baumaterial: In Kontrast zu dem roten Backstein sind Fensterstürze und Oberkanten in Waschbeton ausgebildet. Diese Haltung verweist auf den sog. "Brutalismus", der die Ehrlichkeit in der Behandlung der verwendeten Materialien zum Ausdruck bringen wollte (als stilistischer Begriff erhielt der "New Brutalism" seine eigentliche Bedeutung durch den Umkreis der Engländer Alison und Peter Smithson). Als qualitätvolles Wohngebäude der späten 50er Jahre wird das o. g. Objekt somit zu einem wichtigen Dokument der inzwischen abgeschlossenen Bauepoche. Wesentlich für das Gesamterscheinungsbild ist schließlich auch die Gartenanlage, die bei einem Einfamilienhaus als charakteristisches Element zum Typus der Gesamtanlage gehört.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0