Wohnhaus
Im Sionstal 1 · Altstadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6660 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Im Sionstal 1, 50678 Köln |
| Baujahr | um 1875 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.11.1992 |
| Stadtteil | Altstadt/Süd |
Um 1875 erbaut; 3 Achsen, 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß, Stuckfassade im Stil des Klassizismus, Fenster (EG-2. OG) sowie Haustür mit Segmentbogenabschluß, im EG breiter Fugenschnitt. Fenster und Haustür verändert. Im Innern original erhalten: hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten und gedrechseltem Geländer, zwischen Flur und Treppenhaus stuckierter Stützbogen mit Kartusche im Scheitel (Pilaster bis zur halben Höhe mit neuen Fliesen verblendet), auf den Zwischenetagen Abortkabinen mit profilierten Holzwänden und -türen, vereinzelt Deckenstuck, Dielenböden; originale Türlaibungen verblendet. Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher 3geschossiger Anbau; originale Hoftür, Fenster verändert.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Das Haus Im Sionstal 1 gehört als integraler Bestandteil zu den wenigen und daher ortsgeschichtlich unverzichtbaren Bauten der Kölner Altstadt, welche die Zerstörungen des 2. Weltkrieges überdauert haben. Es befindet sich am südlichen Ende der Straße "Im Sionstal", welche in der Verlängerung der Follerstraße nach Süden bis zur nördlichen Grenze des Severinsviertels verläuft. Während sie im nördlichen Abschnitt kaum Bebauung aufweist, blieb im südlichen Bereich zwischen Landsberg- und Rosenstraße die kleinteilige Parzellierung und teilweise auch die historische Bausubstanz erhalten. Hier blieb als einziges Denkmalensemble eine Reihenhauszeile bestehen, die aus dem obigen Gebäude und den Häusern 7, 11, 15 und 17 gebildet wird und eine Vorstellung von der charakteristischen gründerzeitlichen Bebauung dieser Straße sowie des Severinsviertels vermittelt. In diesem bis heute zu den besonders typischen Kölner Quartieren gehörende Stadtteil hatten Industrialisierung und enormer Bevölkerungswachstum seit der Mitte des letzten Jahrhunderts zur Anlage und Bebauung neuer Straßenzüge seitlich der Severinstraße geführt, die vorwiegend von Arbeitern bewohnt wurden. Architektonisch herrschte im Severinsviertel das Dreifensterhaus vor, wie es heute noch anhand der Vielzahl der erhaltenen Gebäude ablesbar ist. Im Sionstal haben sich ebenfalls Zeugnisse dieses Bautyps erhalten, die bis auf eine Ausnahme alle um 1875 erbaut wurden. Darunter repräsentiert obiges Haus Im Sionstal 1 den früheren schlichten, klassizistisch geprägten Typ des Dreifensterhauses, während bei den Nachbarbauten Nr. 11, 15 und 17 der Stuckdekor mit Stilanklängen an die Renaissance entweder später hinzugefügt wurde oder wie bei dem erst 1888/89 erbauten Haus Nr. 7 zur ursprünglichen Planung gehörte und dem Stilgeschmack jener Zeit entsprechend aufwendiger gestaltet wurde. Bei obigem Gebäude beschränkt sich der Dekor der streng gegliederten Fassade auf Gesimse und ein rustiziertes Erdgeschoß. Charakteristisch für die früheren Häuser sind auch die Stichbogenfenster, die hier durch profilierte Stuckrahmen zu einem markanten baukünstlerischen Element der Fassadengestaltung werden. Als einziges Beispiel dieses Ensembles Im Sionstal vertritt es zudem das als reines Wohnhaus genutzte Dreifensterhaus und weist somit noch auf die ursprüngliche Ausprägung dieses charakteristischen rheinischen Haustyps zurück.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0