Wohnhaus
Mörikestraße 5 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6663 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Mörikestraße 5, 50968 Köln |
| Baujahr | 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 05.11.1992 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Erbaut 1920 (inschr. bez.) von den Architekten Luckas und Rödel, linker äußerer Teil der axialsymmetrisch aufgebauten Vierhäusergruppe Mörikestr. 5-11 ( äußere Bauten risalitartig aus der Flucht vorspringend), 2 Geschosse, 4 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederung, polygonaler Erker mit Überdachung im Erdgeschoß, betontes Traufgesims, Walmdach mit straßenseitigem Zwerchhaus; Seitenfassade: betonter Hauseingang mit Treppe, Dacherker in der Eingangsachse; Fenster alle verändert, Haustür original. Rückfront: seitlicher EGErker mit Balkon (orig. Geländer), Terrasse (Bodenbelag verändert), Fenstergitter im OG, Zwerchhaus.
Im Innern original erhalten: Terrakottaboden in Eingangsbereich, Diele und Küche; an den Decken Stuckrosetten, -ränder und Hohlkehlen, Parkettboden in Wohn- und Esszimmer, Zimmertüren und Gewände, Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten.
Bestandteil des Denkmals sind auch die Gartenanlage mit Vorgarten und die Einfriedung.
Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, historische und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Der südlich der ehemaligen preussischen Umwallung gelegene Industrievorort Bayenthal ist seit 1860 mit der Niederlassung der Firma BAMAG entstanden. Während der Kernbereich Bayenthals auch heute noch das Erscheinungsbild eines Arbeiterviertels aufweist, ist in dem südlichen Teilbereich die villenartige Bebauung Marienburgs fortgesetzt worden. Gewissermaßen den Übergang dazu bildet der Bereich westlich der Goltsteinstraße, wo vor allem in den 20er Jahren Einfamilienhäuser in Reihenbauweise entstanden. Og. Objekt ist integraler Bestandteil der Bautengruppe Mörikestr. Nr. 5-11, welche als Hauseinheit für 4 Offiziersfamilien der englischen Besatzungstruppen kurz nach dem 1. Weltkrieg errichtet wurde. Die Gebäude - sie sind Teil einer überwiegend für höhere Dienstränge gebauten Besatzungssiedlung - sind typische Besatzungsbauten der Zeit, in den Proportionen streng gegliedert und mit bildhauerischem Schmuck (s. Hauseingänge Nr. 7 und 9) im Stil des Expressionismus versehen. Der axialsymmetrische Aufbau der Häusergruppe, mit seinen risa-
litartig vortretenden äußeren Gebäuden einen schloßartigen Charakter aufweisend, aber auch die Lage der Siedlung, unmittelbar angrenzend an das Villenviertel Marienburg, verdeutlichen den hohen Anspruch der englischen Besatzungsmächte. Als historisches Dokument für die Besatzungszeit in Köln, als belegtes Werk der bekannten Architekten Luckas und Rödel, aber auch als Zeugnis für die Entwicklung von Bayen-
thal ist der Häuserblock Mörikestraße Nr. 5-11, dem og. Objekt als integraler Teil angehört, unbedingt erhaltenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0