Wohnhaus

Mörikestraße 9 · Bayenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6665
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Mörikestraße 9, 50968 Köln
Baujahr1920
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.11.1992
Stadtteil Bayenthal

Erbaut 1920 (inschr. bez.) von den Architekten Luckas und Rödel, rechter mittlerer Teil der axialsymmetrisch aufgebauten Vierhäusergruppe (äußere Bauten risalitartig aus der Flucht vorspringend), 2 Geschosse, 3 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederung, durch Terrakottarahmung in Stilformen des Expressionismus (Bildhauer Jos. Pabst; inschr. bez.) betonter Hauseingang in der Mittelachse, Eingangstreppe, Blendfenster zu beiden Seiten des Hauseingangs; Gaube und übergiebeltes, die Mitte der Häusergruppe betonendes Zwerchhaus (in den angrenzenden Achsen der Häuser Nr. 7 und 9); Fenster und Haustür verändert. Rückfront: 4 Achsen, Terrasse (orig. Terrassentür), Zwerchhäuser.

Im Innern original erhalten: Terrakottaboden in Eingangsbereich, Diele und Küche; Deckenstuck in der Diele und im Schlafzimmer (OG), Parkettboden im Wohnraum, z. T. Zimmertüren, Holztreppe.

Bestandteil des Denkmals sind auch die Gartenanlage mit Vorgarten und die Einfriedung.

Das og. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche, historische und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der südlich der ehemaligen preussischen Umwallung gelegene Industrievorort Bayenthal ist seit 1860 mit der Niederlassung der Firma BAMAG entstanden. Während der Kernbereich Bayenthals auch heute noch das Erscheinungsbild eines Arbeiterviertels aufweist, ist in dem südlichen Teilbereich die villenartige Bebauung Marienburgs fortgesetzt worden. Gewissermaßen den Übergang dazu bildet der Bereich westlich der Goltsteinstraße, wo vor allem in den 20er Jahren Einfamilienhäuser in Reihenbauweise entstanden. Og. Objekt ist integraler Bestandteil der Bautengruppe Mörikestr. Nr. 5-11, welche als Hauseinheit für 4 Offiziersfamilien der englischen Besatzungstruppen kurz nach dem 1. Weltkrieg errichtet wurde. Die Gebäude - sie sind Teil einer überwiegend für höhere Dienstränge gebauten Besatzungssiedlung - sind typische Besatzungsbauten der Zeit, in den Proportionen streng gegliedert und mit bildhauerischem Schmuck (s. Hauseingänge Nr. 7 und 9) im Stil des Expressionismus versehen. Der axialsymmetrische Aufbau der Häusergruppe, mit seinen risalitartig vortretenden äußeren Gebäuden einen schloßartigen Charakter aufweisend, aber auch die Lage der Siedlung, unmittelbar angrenzend an das Villenviertel Marienburg, verdeutlichen den hohen Anspruch der englischen Besatzungsmächte. Als historisches Dokument für die Besatzungszeit in Köln, als belegtes Werk der bekannten Architekten Luckas und Rödel, aber auch als Zeugnis für die Entwicklung von Bayenthal ist der Häuserblock Mörikestraße Nr. 5-11, dem og. Objekt als integraler Teil angehört, unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0