Wohnhaus

Leostraße 27 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6673
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 27, 50823 Köln
Baujahr1892 bis 1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 26.11.1992
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1892/93 von Architekt F. W. Schumm, 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 3 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Renaissance, Mittelachse betont mit flacher Wandvorlage, Toreinfahrt in der rechten Achse (orig. Tor), 3 orig. Gauben; orig. Haustür, größtenteils orig. Fenster. Rückfront: backsteinsichtig; später angebauter Balkon, Terrasse verändert; eingeschossige mehrflügelige Anbauten.

Im Inneren original erhalten: im Vestibül Wand- und Bodenfliesen, Terrazzotreppe, Deckenstuck; den Eingangsbereich abschließende Zweiflügeltür; im Treppenhaus Wand- und Bodenfliesen, Holztreppe mit gedrechseltem Antrittspfosten und Geländer; Wohnungsabschlußtüren; Stuckdecke und einzelne Türen im 2. OG; Türen im DG. Nicht Bestandteil des Denkmals sind die eingeschossigen Anbauten an der Rückfront.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Leostraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, wurde vorwiegend ab den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts bebaut und stellt die Verbindung zwischen Venloer- und Subbelrather Straße her. Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Abschnitt zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an. So entstanden in der ersten Hälfte der neunziger Jahre beidseitig der Leostraße, in verstärktem Maße jedoch auf der stadtwärtigen Seite, künstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser, bei denen die Einflüsse der Kölner Neustadtarchitektur deutlich sichtbar werden. O. g. Gebäude ist integraler Bestandteil des nahezu vollständig erhaltenen Straßenensembles Leostraße Nr. 3-33 und bildet mit dem Nachbarhaus Nr. 29 ein in den Details individuelles, in der Wirkung jedoch einheitliches Einfamilien-Häuserpaar. Es handelt sich um sog. Dreiachsenhäuser mit betonten Mittelachsen und Eingängen in den äußeren Achsen. Unterschiedliche Fenstergestaltung und reiche plastische Stuckgliederung in Stilformen der Renaissance verleihen jedem der Bauten einen individuellen Charakter und bereichern das Straßenbild. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung Ehrenfelds sowie als Beispiel für die Gestaltungsvielfalt der stadtteilspezifischen Gründerzeitarchitektur wird das Gebäude Leostr. 27 zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0