Wohnhaus

Leostraße 29 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1453
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Leostraße 29, 50823 Köln
Baujahr1892 bis 1893
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 14.04.1983
Stadtteil Ehrenfeld

Das 1892/93 errichtete Gebäude ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Ehrenfeld. Es liegt in einem Gebiet zwischen zwei großen Radialstraßen des Vororts, der Venloer Straße und der Subbelrather Straße, ein Gebiet, das sukzessiv im ausgehenden vorigen Jahrhundert mit Wohnstraßen erschlossen wurde. Der westliche Teil liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den großen Ehrenfelder Produktionsbetrieben und zur Eisenbahnlinie und wurde daher standortbedingt mit preiswerteren Häusern für bescheidenere Wohnansprüche bebaut. Der östliche Teil hingegen wurde für Bewohner mit teils gehobenen Wohnansprüchen konzipiert. In diesem Teil ist auch die Leostraße angesiedelt, die in den Jahren 1891 bis 1893 erschlossen wurde.

Das dreigeschossige, dreiachsige Gebäude, das dem Typus des Kölner Dreifensterhauses folgt, weist eine aufwendige Fassadengestaltung in Stuck auf. Dominierend behandelt ist dabei die Mittelachse mit einem Risalit in allen Geschossen. Das Erdgeschoß ist von den beiden Obergeschossen durch ein profiliertes, kräftig vorkragendes Gesims abgetrennt, ein Kranzgesims mit glatter, ungeschmückter Frieszone schließt die Fassade nach oben hin ab. Das Erdgeschoß ist über einem glatten Putzsockel mit originalen Kellerblechen in den äußeren Achsen mit einem horizontalen Fugenschnitt versehen, ein vertikaler Fugenschnitt ist als Akzent über dem Fenster und Hauseingang eingesetzt. Die Obergeschosse sind durchgehend ebenfalls mit einem horizontalen Fugenschnitt versehen, doch ist er hier feiner als im Erdgeschoß angelegt. Die Fenster in den Seitenachsen sind mit einer reichen Einfassung und Bekrönung versehen, wobei die des ersten Obergeschosses hervorgehoben werden. Dort findet sich neben einer mit MaskenSchmuck versehenen Brüstungsplatte jeweils ein auf ornamental verzierten Konsolen aufruhendes, stark vorkragendes und reich profiliertes Gesims als Bekrönung, dem ein vegetabiles Schmuckmotiv aufgesetzt ist. Die Einfassungen der Fenster im zweiten Obergeschoß ruhen auf verhältnismäßig einfachen Konsolsteinen und sind von einem weniger ausladenden, einfacher profilierten Gesims als im ersten Obergeschoß überfangen. Der Risalit zeigt im Erdgeschoß eine fein profilierte, kräftig rustikale, im ersten Obergeschoß eine Dreiteilung der Fenster mit Balustradenbrüstung und kannelierten Pfeilern mit ornamentalem Schmuck und Kapitellen, auf denen ein Gebälk lastet. Im zweiten Obergeschoß ist die Dreiteilung der Fenster aufgenommen, die reiche, jedoch insgesamt glattere, architektonische Einfassung spart dabei, bei gleicher Fensterhöhe, Oberlichter aus.

Der künstlerisch aufwendigen Fassadengestaltung mit relativ großem Formenschatz entspricht eine reiche Innenausstattung. In allen Geschossen finden sich Stuckdecken unterschiedlichster Formgebung (Profile, Rosetten vielfältiger Art), das Spiegelgewölbe des Eingangsflurs ist mit einer reichen, antikisierenden Rahmung eingefaßt, die originale Haustüre sowie die originalen Wohnungseingangs- und Zimmertüren sind mit relativ aufwendigen Profilen bzw. Schnitzwerk versehen.

Zur Gartenfront haben sich zudem eine originale Pergula aus Holz sowie die originale, einem geometrischen Konzept folgende Wegführung erhalten.

Insgesamt hat die Leostraße ihre ursprüngliche, erhaltenswerte Gestalt in großen Zügen bewahrt. Das vorliegende Objekt ist daher Teil eines größeren Straßenensembles. Es bildet darüber hinaus mit den angrenzenden Gebäuden (Leostraße 27, 31, 33) sowie den gegenüber liegenden Bauten (Leostraße 36 - 44) eine städtebaulich bedeutende, architektonische und stilistische Einheit von besonderem Wert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0