Wohnhaus
Leostraße 31 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7378 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Leostraße 31, 50823 Köln |
| Baujahr | 1892 bis 1893 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.02.1995 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Erbaut 1892/93; 3 Geschosse; teilweise ausgebautes Satteldachgeschoß; 3 Achsen; Eingang in der linken Hausachse; Stuckfassade mit reichem plastischen Schmuck in Anlehnung an Renaissance-Formen; Horizontalgliederung durch stark profilierte Stockwerks- und Sohlbankgesimse unterstützt durch Lagerfugen in allen Geschossen; Betonung der Mittelachse durch zweigeschossigen, auf mächtiger Konsole ruhendem dreiseitigen Erker mit weit auskragender Verdachung; rundbogig gefaßte Fenster mit Brüstungsfeldern im EG; stark profilierte Eingangssituation mit Konsolen (Eingangstür original); Brüstungsfelder des Erkers in beiden Geschossen mit reichem Ornament (kleinteilige Mattverglasung im 1. OG teils erhalten, teils originalgetreu ergänzt); Verdachungen der beiden seitlichen Fensterachsen im 1. OG giebelbekront, Giebelfelder ornamentiert Drempel; Dachgesims durch Würfelfries betont; Fenster erneuert; Rückfront: 3 Achsen (rechte Achse als Treppenhaustrakt mit WCs leicht vorgestuft); verputzt; stichbogenförmige Fensteröffnungen, Fenster erneuert; Innen original: Vorflur mit profilierter Wandgliederung in Hüfthöhe; Deckenspiegel mit Würfelfries; Unterzug zum Treppenhaus pilastrerartig gefaßt mit ionischen Kapitellen; Vorflur und Treppenhaus mit Mettlacher Fliesen; hölzerne Treppenanlage mit Anftrittspfosten; Türrahmen der Wohnungseingangstür im EG; Hoftür; WC-Türen; Wohnungseingangstür und Zimmertüren im 1. OG; überall abgehängte Decken (im 1. OG rückwärtiges Zimmer und Stuckrosette); Speicherzimmer teilweise aus- und umgebaut (mit Dachflächenfenstern); gemauerter Gewölbekeller; Bestandteil des Denkmals ist die hofseitige Umfassungsmauer.
Die städtebauliche Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird gegen Ende der 80er Jahre des 19. Jahrhunderts auch die Leostraße als Verbindung zwischen Venloer und Subbelrather Straße einheitlich bebaut. Wegen der verkehrsgünstigen Lage in Stadtnähe und der hohen Wohnqualität aufgrund der benachbarten Grünflächen siedelten sich im Bereich zwischen Stamm- und Subbelrather Straße vorwiegend höhere Einkommensschichten an, so daß in der ersten Hälfte der 90er Jahre beidseitig der Leostraße baukünstlerisch verschiedenartig gestaltete Häuser entstanden, die eindeutig auf die Kölner Neustadtarchitektur Bezug nehmen, deren historistische Architekturauffassung dem Repräsentationsbedürfnis der Ehrenfelder Bauherren entgegenkam. So stellt auch das o. g. Objekt ein typisches Beispiel für die bei aller Differenzierung der Einzelbauten einheitliche Bebauung der Leostraße dar. Der in weiten Bereichen des Erscheinungsbild Ehrenfelds prägende Typus des sog. Dreiachsenhauses wird hierbei durch eine reichprofilierte Horizontalgliederung (Gesimse und Lagerfugen) sowie die markante Betonung der Mittelachse durch einen reich geschmückten Erker variiert. Der auffällige Bauschmuck und die strenge Axsialität prägen maßgeblich den repräsentativen Charakter des Gebäudes, das als integraler Bestandteil der frühesten Bebauung der Leostraße die Entwicklung zu einem gehobenen Wohngebiet dokumentiert. Das o. g. Objekt, daß durch den Erkervorbau zu einem Blickpunkt in diesem Bereich der Leostraße wird, ist unverzichtbarer Bestandteil des Straßenbildes und in seiner in allen wesentlichen Merkmalen erhaltenen Substanz unbedingt denkmalwert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0