Wohnhaus

Blumenthalstraße 17 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6747
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Blumenthalstraße 17, 50670 Köln
Baujahr1909
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.03.1993
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut 1909 (inschr. dat.); 4 Geschosse, ausgebautes Mansarddach (teilweise verändert); bis ins Dachgeschoß reichender Mittelrisalit auf rechteckigem Grundriß, über dem 2. OG zurückspringend und ein Polygon bildend, im DG mit neuerer Schieferverblendung und mit turmhelmartigem Dachabschluß, Putzfassade mit Stuckgliederungen im späten Jugendstil, Fenster weitgehend original, ältere Haustür aus Holz. Rückseite und seitlicher Anbau auf L-förmigem Grundriß in gelbem Klinker, Balkone (mit originalem Brüstungsgitter), Fenster weitgehend original. Rückfront des seitlichen Anbaus (zum Garten hin) verputzt, Balkone (mit originalem Brüstungsgitter), Fenster und Türen teilweise original. Fassaden zum - neu überdachten - Lichthof verputzt, Fenster größtenteils original. Im Innern original erhalten: im Vestibül Wandgliederung durch Natursteinplatten, Wand- und Dekkenstuck, sparsamer Stuck am Stützbogen; im Flur Marmortreppe mit dekorativem Holzgeländer, dem Treppenlauf folgende Fußleisten aus schwarzem Marmor, weitgehend Oberlichte der Wohnungseingangstüren, Tür zum Lichthof; im Nebentreppenhaus weitgehend Wohnungseingangstüren; in den Wohnungen einige Türen. Bestandteil des Denkmals sind auch die originale Vorgarteneinfriedung (Metallgitter auf einem Steinsockel, Törchen) sowie die seitliche Einfriedungsmauer im Hinterhof.

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich - mit der Ringstraße als Kernstück - halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand im nördlichen Teil der Neustadt, zwischen Neusser- und Riehler Straße, das sogenannte "Gerichtsviertel", wo sich vorrangig das mittlere und gehobene Bürgertum ansiedelte. Die den Neusser- mit dem Riehler Platz verbindende Blumenthalstraße wurde im wesentlichen erst zu Beginn dieses Jahrhunderts, um 1906-12, bebaut. Das Haus Nr. 17 ist integraler Bestandteil des in diesem Abschnitt noch größtenteils erhaltenen Straßenzugs. Seine im wesentlichen axialsymmetrisch angelegte Fassade wird ganz von einem, den repräsentativen Charakter des Gebäudes unterstreichenden Mittelrisalit geprägt. Auf rechteckigem Grundriß errichtet, springt dieser über dem 2. Obergeschoß etwas zurück, um dann ein turmartiges Polygon mit Helmdachabschluß zu bilden. Während das Erdgeschoß - und Teile des 1. Obergeschosses - durch eine Rustizierung Sockelfunktion erhalten, zeichnet sich die Fassadengestaltung ansonsten durch eine maßvolle Ornamentik im späten Jugendstil aus. Das o. g. Gebäude, das die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung bewahrt, ist somit unbedingt erhaltenswert. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble ist obiges Objekt ein unverzichtbares Dokument, das noch heute das historische Erscheinungsbild der Blumenthalstraße veranschaulicht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0