Wohnhaus

Senefelderstraße 18 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6819
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Senefelderstraße 18, 50825 Köln
Baujahr1902
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 30.04.1993
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut 1902, 3 Geschosse und ausgebautes Dachgeschoß, 4 Achsen, Stuckfassade in Anklängen an die Renaissance, axialsymmetrischer Aufbau mit mittigem Hauseingang; Haustür und Fenster verändert; Dachgeschoß nach Kriegszerstörung vereinfacht wiederaufgebaut. Rückfront stark verändert (verputzt, Fensteröffnungen verändert, neuer Balkon). Ehem. Binnenhof zu den Wohnungen hinzugezogen.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Der Vorort Ehrenfeld, dessen Anfänge im wesentlichen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegen, gewann bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 durch industrielle Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Die Senefelderstraße, an der sich o. g. Objekt befindet, wurde als Verbindungsstraße von Venloer und Subbelrather Straße ab 1872 von dem Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff erschlossen. Sie bildet somit den ersten eigentlichen Siedlungsansatz nördlich der Eisenbahnlinie. Während es sich bei der frühen Bebauung vor allem um 2geschossige Backsteinbauten handelt, gehören die Wohnhäuser Nr. 16 und 18 der letzten Ausbauphase der Senefelderstraße um die Jahrhundertwende an. Als Bauherr ist, wie bei zeitgleichen Häusern in der Platen- und Marienstraße, der Bauunternehmer und Ziegeleibesitzer W. Mann verzeichnet. Der hier vorkommende Hinterhaustypus - die vierseitige Hinterhofumbauung mit innerem Lichtschacht - stellt eine in Köln nur in Ehrenfeld entwickelte Sonderform dar. Diese hohe Flächenausnutzung, aber auch die gleichförmige Wiederholung von Wohnbauten - die beiden Häuser Nr. 16 und 18 waren sowohl in Bauform als auch Stuckdekoration identisch ausgebildet - weist sie als Spekulationsobjekte zur Wohnraumbeschaffung von Personenkreisen mit niedrigen Ansprüchen aus. Die relativ reiche Fassadenstuckierung orientiert sich am Erscheinungsbild der gehobeneren Bebauung. Dies ist ein für viele Bezirke des Stadtteils typisches Gestaltungsmerkmal. Das Vierfensterhaus wird somit, trotz Veränderungen - auch wenn der ehem. Binnenhof geschlossen wurde, ist die alte Grundrißstruktur noch ablesbar -, zu einem wichtigen Dokument für den Mietstockwerkbau und seine spezifische Ausprägung in Alt-Ehrenfeld.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0