Wohnhaus

Senefelderstraße 10 · Ehrenfeld

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_8677
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Senefelderstraße 10, 50825 Köln
Baujahrum 1880
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.01.2005
Stadtteil Ehrenfeld

Erbaut um 1880 im Stil des Historismus. 3 Geschosse, Satteldach (ausgebaut).

Straßenfassade: 3 Achsen. Verputztes Mauerwerk mit Stuckverzierungen; EG mit durchgehendem horizontalen Fugenschnitt. Sockelgesims, Stockwerkgesims zwischen EG und 1. OG; durchgehendes Sohlbankgesims im 1. und 2. OG, im 2. OG konsolgestützt; gestuftes Traufgesims. Hochrechteckige Segmentbogenfenster mit Umrahmungen, EG und 1. OG mit Schlussstein, mittleres Fenster des 1. OG hervorgehoben durch gestaffelte horizontale Verdachung. Veränderte Fenster (Kunststoff). Eingang: links, mit einer Stufe, neue Haustür aus Glas mit Holzrahmen und -sprossen und Oberlicht. Aufbauten: ein verschiefertes Dachhäuschen mit zweiflügeligem Fenster.

Rückseite: Fassade backsteinsichtig, EG ein Fenster, 1. und 2. OG je zwei Fenster, Dachhäuschen verschiefert mit zweiflügeligem Fenster. Anbauten: in Verlängerung der linken Hausachse an das Haus angegliedert ein zweigeschossiger, backsteinsichtiger Bau (original), der zu Abstellzwecken genutzt wird, sowie ein Toilettenhäuschen (neu).

Gebäudeinneres: Hausflur mit Fliesen in Terrazzo-Musterung ausgelegt, Decke abgehangen und mit Rigipsplatten versehen. Treppe: Holz mit PVC-Belag (ab 2. OG Teppichauslegeware) auf Stufen und Podesten; Treppengeländer, Handlauf und Antrittspfosten Holz. Wohnungseingangstüren Holz (neu). Keller: mit originaler Holztreppe, altes Flachbogengewölbe aus Ziegelmauerwerk.

Rückwärtiger Garten: an das Haus anschließend ein Podest mit Treppe aus Gitterrosten (neu) und Metallgeländer (neu); davor ebenerdig eine mit Waschbetonplatten ausgelegte Terrasse, die von einem alten Eisenzaun mit fünf Ziegelsteinpfosten rechteckig umfriedet ist; optisch zusätzlich durch eine haushohe Kiefer und eine haushohe Konifere sowie zwei kleineren Koniferen vom dahinter liegenden Gartenbereich, der mit Rasen eingesät ist, getrennt. Einfriedung zum Norden durch ca. zwei Meter hohes Ziegelmauerwerk und zum Süden durch geschosshohe Ziegelmauer.

Nicht Bestandteil des Denkmals sind eine kleiner, überdachter Freisitz mit Grillplatz am Ende des Grundstückes (Boden Waschbetonplatten, Dach Wellkunststoff) sowie das Toilettenhäuschen.

Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von §2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes Nordrhein-Westfalen (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für Städte und Siedlungen ist als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Entwicklung Ehrenfelds zu einem Vorort im Nordwesten Kölns beginnt um die Mitte des 19. Jahrhunderts von der Venloer Straße aus in nördlicher Richtung in Höhe der Philipp- und Leostraße. Bis zu seiner Eingemeindung im Jahr 1888 gewann Ehrenfeld infolge zahlreicher industrieller Ansiedlungen rasch an Bedeutung. Im Verlauf der daraus resultierenden zügigen Erschließung weiterer Bereiche Ehrenfelds wird bereits Anfang der 70er Jahre des 19. Jahrhunderts mit einer Erschließung nördlich der Köln-Aachener Bahntrasse begonnen. Schon 1872 hatte der Grundstücks- und Ziegeleibesitzer Julius Harff die Senefelder Straße als erste Querstraße zwischen Venloer und Subbelrather Straße angelegt. Dieser neu erschlossene Wohnbereich wurde dann schrittweise u.a. durch die Platenstraße und den Ausbau der Marienstraße als Querverbindung erweitert.

Das o.g. Objekt gehört mit zu den frühesten Bauten des nördlichen Besiedlungsgebietes Ehrenfeld. Der schlichte, später in charakteristischer Manier überformte Bau ist ein Beispiel für die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts typisch gewordene Kölner Arbeiterwohnbebauung. Als integraler Bestandteil der das noch erhaltene historische Straßenbild prägenden Bebauung ist das o.g. Objekt ein Dokument der Entwicklung Ehrenfelds und daher unbedingt zu erhalten.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0