Wohnhaus
Düsseldorfer Straße 60 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6847 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Düsseldorfer Straße 60, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 bis 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.06.1993 |
| Stadtteil | Mülheim |
Um 1890/95 in Baueinheit mit Haus Nr. 58 errichtet; 3,5 Geschosse; 3 Achsen; gelbe Backsteinfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an italien. Renaissancestil; betont vorkragendes Kranzgesims, EG in Stuck rustiziert; Hauseingang um 4 Stufen erhöht in linker Gebäudeachse (axialsymmetrischer Aufbau in bezug auf Haus Nr. 58); Tür- u. Fensteröffnungen im EG u. 1. OG mit segmentbogigem Abschluß, ebenso im Drempelgeschoß (1988 erneuert), Fenster und Eingangstür erneuert (1988, in Anlehnung an mögliche ursprüngliche Form); im 1. OG re. der rechten Achse originale Halterung der Straßenbahnoberleitung.
Rückseite: backsteinsichtig; alle Fenster erneuert. Im Inneren verändert durch Zusammenlegung der Wohnungseinheiten auf den einzelnen Etagen mit Haus-Nr. 58, ehemaliges Treppenhaus, auf der Rückseite risalitartig vortretend, rückseitig völlig entfernt, im Inneren ab 1. OG (1988).
Die Entwicklung Mülheims blieb bis in die 2. Hälfte des 18. Jh. auf das Gebiet zwischen Rhein und Wallstraße mit der Mülheimer Freiheit als Hauptstraße beschränkt. Seit etwa 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. - Die Düsseldorfer Straße war im 18. Jh. als Chaussee vom Ortsausgang an der Mülheimer Freiheit nach Düsseldorf neu angelegt worden. Hier entstand in der 2. Hälfte des 19. Jh. ein Villenviertel - heute zum größten Teil durch Neubauten ersetzt - und im Anschluß daran an der Münsterer und dem oberen Bereich der Düsseldorfer Straße 3- bis 4-geschossige Mietwohnbauten für bescheidenere Ansprüche. Relikt des damaligen Verkehrsausbaus der Düsseldorfer Straße mit einer Straßenbahnlinie ist die ehemalige Oberleitungshalterung an Haus Nr. 60.
Das Haus-Nr. 60 ist charakterisiert durch seine schlichte Backsteinfassade und sparsamen Stuckdekor mit Betonung der Horizontalen als Mietstockwerkhaus für untere Einkommensschichten gegen Ende des 19. Jh. Dabei klinkt die Herkunft vom ehemals für Köln typischen sog. Dreifensterhaus noch an, für das auch die niedrige Ausbildung des obersten Geschosses als Drempel bezeichnend ist. Besonderes Charakteristikum ist die mit unmittelbarem Bezug zum angrenzenden Nachbarhaus Nr. 58 axialsymmetrische Anlage des Gebäudes. Beide Häuser Düsseldorfer Straße Nr. 58 und 60 stellen somit im Zusammenhang in der heute sehr lückenhaften Bebauung der Straße unverzichtbare Objekte der historischen Erstbebauung dar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0