Wohnhaus
Düsseldorfer Straße 56 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7675 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Düsseldorfer Straße 56, 51063 Köln |
| Baujahr | um 1890 bis 1895 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.11.1995 |
| Stadtteil | Mülheim |
Erbaut um 1890/95; trapezoider Grundriß mit leicht abgewinkeltem Seitenflügel.
Fassade: 3 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (verändert); 3 Achsen (Eingang links); Putzfassade mit Stuckgliederung in Anlehnung an das Rokoko (Fensterverdachungen und -rahmungen/Ornamentik 1. OG; Traufkonsolen); EG mit Strukturputz (Rustika-Imitat)/aufgeputzter Quaderstruktur; Horizontalgliederung durch Stockwerk- (EG), Sohlbank- (1./2. OG) und Traufgesims (Würfelfries); Balkonaustritt (1. OG Mitte) verändert, Balkon entfernt; Fenster erneuert (außer 2. OG); eine originale Rolladenverkleidung 2. OG (Metall); Eingangstür (20er Jahre) ist Bestandteil des Denkmals.
Rückfronten: Vorderhaus/seitlich anschließendes Treppenhaus je einachsig ; dreigeschossiger Seitenflügel (Flachdach mit etwa kniehoher Umfassungsmauer) zweiachsig (eine Fensterachse vermauert); Stirnseite Seitenflügel einachsig (Fensteröffnungen verändert); backsteinsichtig; originale Fenster: 2. OG Vorderhaus (mit Beschlag), Dachaustrittstür, zweiflüglige Hoftür mit Beschlag im Treppenhaus; Hoftreppe (Stein).
Innen original: floral ornamentierte Bodenfliesen im Vorflur/EG-Treppenhaus (sehr guter Erhaltungszustand); Marmorwandbelag mit Abschlußleiste, profilierte Deckenleiste im Vorflur; auf Konsolen gelagerter Unterzug Vorflur/Treppenhaus; Zwischentür; Treppenhausdecke EG mit Stuckrosette; hölzerne Treppenanlage (einläufig) mit detailliert gearbeitetem Antrittspfosten, Zwischenpfosten, gedrehten Geländerstäben, Handlauf, profilierten Kellerwangen, Kellertür; Treppenhausfußleisten; Keller: hölzerne Kellertreppe; Backsteinboden; EG: Grundrisse;Türen mit Laibungen und Beschlägen, Dielenböden, Stuckleisten und -rosetten im Vorderhaus und Seitenflügel; 1. OG: Dielenböden; Stuck unter den abgehängten Decken (vergleichbar mit 2. OG, Erhaltungszustand unklar); 2. OG: Grundrisse; WC-Tür und Zimmertüren Vorderhaus; 1 Stuckrosette mit floralem Ornament (Vorderhaus); Dielenböden und Putz im Bereich der Fassade stark beschädigt (Feuchtigkeit); Fußleisten; Decken Seitenflügel abgehängt; DG: Dielenböden; Zimmertüren mit Beschlägen.
Im 19. Jahrhundert siedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmen auf dem Stadtgebiet von Mülheim an, so daß sich das ehemalige kleinmaßstäbliche Straßengeviert erweiterte. Der mit dem industriellen Wachstum verbundene steigende Wohnraumbedarf führte seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer raschen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe der neuen Industrieanlagen. Die Düsseldorfer Straße war im 18. Jahrhundert als Chaussee vom Ortsausgang an der Mülheimer Freiheit nach Düsseldorf neu angelegt worden. Hier entstand in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Villenviertel - heute zum größten Teil durch Neubauten ersetzt - und im Anschluß daran an der Münsterer und dem oberen Bereich der Düsseldorfer Straße drei- bis viergeschossige Mietwohnbauten für bescheidenere Ansprüche.
Das Haus Nr. 56 ist durch eine reich geschmückte, an Vorbildern aus dem Rokoko orientierte Fassadengestaltung charakterisiert. Die Geschoßeinteilung in rustiziertes EG (Sockelgeschoß), "piano nobile" (mit aufwendigen Stukkaturen versehene Verdachungen) und optisch niedriger wirkendes Attikageschoß orientiert sich an Vorbildern der französischen Stadtpalastarchitektur. Dieser hohe repräsentative Anspruch charakterisiert das o.g. Objekt auch im Hinblick auf die reiche Innenausstattung. Als Beispiel eines in eine Zeilenbebauung eingebundenes, anspruchsvolles Einfamilienhaus stellt es, ebenso wie die benachbarten Gebäude Nr. 54, 58 und 60, ein unverzichtbares bauliches Dokument der heute sehr lückenhaften Bebauung der Düsseldorfer Straße dar, das unbedingt zu erhalten ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0