Wohn- u. Geschäftshaus
Neusser Straße 55 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6855 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Neusser Straße 55, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 08.06.1993 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1912; 4 Geschosse, 2 Giebelgeschosse; 3 Achsen, fassadenbreiter geschweifter Giebel, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den späten Jugendstil, EG verändert, Fenster verändert, Haustür weitgehend original. Rückseite und seitlicher Anbau auf L-förmigem Grundriß verputzt, Fenster - bis auf die Treppenhausfenster - weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden, Fliesen mit Jugendstildekor bis zur halben Wandhöhe; im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, Wandfliesen mit Jugendstildekor (EG) sowie Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe (dem Treppenlauf folgend), weitgehend Wohnungseingangstüren. Nicht Bestandteil des Denkmals ist die rückwärtige Hofüberbauung.
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 wurde die Neusser Straße, eine alte Ausfallstraße nach Norden, als Alleestraße angelegt. Sie begrenzt das sogenannte "Gerichtsviertel" zwischen Neusser und Riehler Straße, ein mittleren und gehobenen Ansprüchen genügendes gutbürgerliches Wohnviertel. Das um 1912 errichtete Haus Nr. 55 gehört zu den späten Zeugnissen der Erstbebauung. Es ist dabei integraler Bestandteil der in diesem Abschnitt der Neusser Straße - zwischen Balthasar- und Weißenburgstraße - nahezu vollständig erhaltenen Häuserzeile. Durch seinen fassadenbreiten geschweiften Giebel hebt sich obiges Gebäude besonders hervor. Vor allem dessen Volutenabschluß und die unter dem - angedeuteten - Traufgesims befindlichen Masken setzen maßgeblich dekorative Akzente. Ansonsten weist die bereits sehr flächige Fassadengestaltung nur sparsame Stuckgliederungen in Anklängen an den späten Jugendstil auf. Das o. g. Objekt, das architekturhistorisch schon den Übergang zur Moderne veranschaulicht, ist somit unbedingt erhaltenswert. Auch im Hinblick auf das bestehende Ensemble ist es ein unverzichtbares Dokument, das noch heute - trotz einiger Veränderungen - das historische Erscheinungsbild der Neusser Straße bewahrt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0