Büro- und Geschäftshaus

Hans-Böckler-Platz 9 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6881
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungBüro- und Geschäftshaus
Adresse Hans-Böckler-Platz 9, 50672 Köln
Baujahrum 1912
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.08.1993
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut um 1912; 5geschossiges Haus auf winkelförmigem Grundriß mit Walmdach, 5. Geschoß ausgebaut, vorkragendes Konsolgesims über dem 2. und Stockwerkgesims über dem 3. Obergeschoß (ehemaliges Dachgesims) den Bau umlaufend, 3:3:3 Achsen, Fassaden bis zum Konsolgesims durch Kollossalpilaster gegliedert, an der Südwest-Fassade zwei Eingänge mit Reliefs, rechte Achse der Südost-Fassade mit leicht vorspringendem Erker im 1. und 2. Obergeschoß, links des Erkers ist eine Säule mit stehender männlicher Figur eingestellt. Werksteinfassade mit neoklassizistischen Stilformen und Reliefs zum Thema "Arbeit" (zwei weitere Reliefs im 3. Obergeschoß); Eingangstüren und Fenster erneuert, Fenstergitter im Erdgeschoß original. Rückseite verputzt; Fenster erneuert. Zum Denkmal zugehörig der rückwärtige flachgedeckte eingeschossige Anbau (an dessen Stelle ursprünglich ein größerer Versammlungssaal stand) sowie die das rückwärtige Grundstück im Norden, Süden und Westen einfassende verputzte Mauer und die Mauer des Vorgartens im Südosten. Im Innern original: heizkörperverkleidendes Gitter im Eingangsbereich; Treppe ab dem 1. Obergeschoß: Holzgeländer mit Holzhandlauf, Terrazzotreppenstufen mit Linoleum verkleidet.

Das o. g. Objekt befindet sich in der Kölner Neustadt, die als erste große Stadterweiterung Deutschlands in den Jahren 1881 bis Anfang des 20. Jahrhunderts nach den Planungen von Hermann Joseph Stübben entstanden ist. Das bebaute Karree Venloer Straße, Peter-Dedenbach-Straße, Franz-Hitze-Straße, Hans-Böckler-Platz/Venloer Wall wird im Nordwesten und Osten von Grünanlagen eingefaßt. Im Osten liegt der Stadtgarten und im Nordwesten grenzt die Bebauung an einen Teil des inneren Grüngürtels, der um 1881 als militärischer Rayon mit neuen Befestigungsanlagen versehen wurde. Die beiden Grünanlagen werden von Eisenbahntrassen durchschnitten, an denen 1889 der Westbahnhof am Venloer Wall eröffnet worden ist.

Der Hans-Böckler-Platz, dem Westbahnhof gegenüber, wurde nach 1910 von Carl Rehorst angelegt. Rehorst plante eine durchgrünte Stadterweiterung mit baumbestandenen Straßen und Plätzen. Das Gebäude Hans-Böckler-Platz 9 dokumentiert die Erstbebauung des Platzes und bewahrt sein historisches Erscheinungsbild. Das Büro- und Geschäftshaus zeigt einen repräsentativen neoklassizistischen Stil. Kennzeichnend ist das ehemals mit einfachem Stabgeländer versehene Konsolgesims, das sich auf Kollossalpilaster stützt. Konsolgesims und die überwiegend glatten Kollossalpilaster sowie die tieferliegenden gegliederten Wandfelder gehören zu den dominanten, die Fassaden gestaltenden Elementen. Das Objekt ist trotz den Veränderungen der Nachkriegszeit ein unverzichtbares städtebauliches und baukünstlerisches Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0