Fabrikgebäude

Mülheimer Freiheit 115 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6887
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungFabrikgebäude
Adresse Mülheimer Freiheit 115, 51063 Köln
Baujahrum 1890
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 20.08.1993
Stadtteil Mülheim

Um 1890 erbaut; 3 Geschosse; 3 Achsen; Backsteinfassade mit Gliederungen, betontes Dachgesims; Fenster erneuert in Anlehnung an ursprüngliche Form. SW-Seite zum Hof des Nachbarhauses Nr. 113: Backsteinfassade; 3 Geschosse und Drempelgeschoß; 10 Achsen; Hauseingang und Fensteröffnungen mit Stichbogenabschluß; Tür erneuert; Fenster z. T. erneuert, z. T. original aus Metall. Rückwärtiger neuerer Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Treppenanlage aus Holz im mittleren Gebäudebereich.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Die verkehrsgünstige Lage am Rhein machte Mülheim früh zu einem durch Handel und Gewerbe geprägten Ort, dessen wirtschaftliche Bedeutung seit dem 19. Jahrhundert durch die verstärkte Ansiedlung großindustrieller Betriebe stieg. Die Straßenbezeichnung Mülheimer Freiheit - ehemals Freiheitstraße - geht auf 1322 durch Graf Adolf VI. von Berg verliehene Freiheitsrechte zurück. Diese älteste Straße Mülheims war im 18. und 19. Jahrhundert zum wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Mittelpunkt der Gewerbestadt geworden; an ihr reihten sich herrschaftliche Häuser, Läden, Kontore, Werkstätten u. a. aneinander. Das Gebäude Mülheimer Freiheit 115 befand sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts im Besitz des Tabakfabrikanten Johann Lehmacher, der es im Anschluß an sein benachbartes Wohnhaus Nr. 113 wohl einige Jahre später als Fabrikationsgebäude errichten ließ. Der Tabakhandel hatte bereits seit dem 17. Jahrhundert Tradition in Mülheim. Im Kontrast zum repräsentativen Wohnhaus hebt sich der Backsteinbau trotz seiner z. T. aufwendigen Dekorationsformen an der Fassade als charakteristisches Gebäude für Produktionszwecke ab. Es dokumentiert als eines der wenigen von Kriegszerstörungen verschonten Häuser nicht nur die historische Bebauungsphase der Mülheimer Freiheit am Ende des 19. Jahrhunderts, sondern mit seiner Lage im alten Ortskern insbesondere auch die damals sich vom Kleingewerbe auf die Großindustrie an der Peripherie sich allmählich verlagernde wirtschaftliche Entwicklung Mülheims und ist deshalb als ortsgeschichtliches Denkmal unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0